Der RAV4, den von Toyota niemand erwartet hat — und Toyota baut ihn nicht einmal selbst

Der RAV4, den von Toyota niemand erwartet hat — und Toyota baut ihn nicht einmal selbst
Jaos
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Der neue RAV4 Adventure bekommt das Outdoor-Makeover, das Toyota selbst nicht gewagt hat. Jaos liefert Panzerung, Höherlegung und Geländewagen-Optik — Premiere auf dem Tokyo Auto Salon 2026.

Der neue Toyota RAV4 ist in Japan endlich das geworden, worauf Fans des aktiven Lebensstils gewartet haben. Nicht ab Werk. Sondern dank Jaos — jener japanischen Werkstatt, die seit Langem weiß, wie man Familien-Crossover in leichte Overland-Maschinen verwandelt, ohne ihren Alltagscharakter zu zerstören. Das Tuning-Paket feiert seine Premiere auf dem Tokyo Auto Salon vom 9. bis 11. Januar 2026.

Basis ist der RAV4 Adventure — das japanische Pendant zum amerikanischen Woodland. Vorn ein massiver Schutzaufsatz mit vier bernsteinfarbenen LED-Markierungsleuchten, eine dreiteilige Stoßstangenblende, dazu Radlaufverbreiterungen, Seitenschweller, Schutzelemente an den Säulen sowie Blenden für Türgriffe und Tankdeckel. Hinten ein zusätzlicher Schutz für Heckklappe und Stoßfänger, dazu optional eine wasserdichte Kofferraumwanne. Und das ist nur die Kosmetik.

Was den Charakter des Wagens wirklich verändert, sind Räder und Fahrwerk. Jaos bietet 17-Zoll-Felgen Adamas BL5 anstelle der serienmäßigen 18-Zöller: kleinerer Durchmesser, fettere Reifen. Wer wirklich vom Asphalt runter will, bekommt Battlez-Lift-up-Federn und frequenzabhängige, regulierbare Dämpfer. Bodenfreiheit plus 20 bis 25 mm. Ein Land Cruiser wird aus dem RAV4 nicht, aber Schotter, Spurrillen, Schnee und kaputte Landstraßen — genau dafür ist das Paket gemacht.

Toyota RAV4 von Jaos
Jaos

Der Antrieb bleibt unangetastet — und das ist eine bewusste Entscheidung. Der japanische RAV4 Hybrid Adventure nutzt einen 2,5-Liter-Hybrid mit einer Systemleistung von 240 PS sowie den elektrischen Allradantrieb E-Four mit den Modi Trail und Snow. Doch ein Haken bleibt: keine Untersetzung, keine Sperren, keine starre mechanische Verbindung zwischen den Achsen. Die Grenze des Crossovers ist deshalb kein schweres Gelände — sondern Wochenendtouren, Angeltrips, das Wochenendhaus und Schnee.

Die Preise holen das Image schnell wieder auf den Boden. Einzelteile werden separat verkauft: Frontaufsatz — 114.400 Yen, Radlaufverbreiterungen — 94.600 Yen, Radsatz ohne Reifen — 218.240 Yen, Fahrwerk — 162.800 Yen. Der komplette Satz kostet rund 850.440 Yen — etwa 5400 Dollar zusätzlich zum RAV4 Hybrid Adventure, der in Japan bei 4,5 Millionen Yen startet.

Der natürliche Gegenspieler ist der Subaru Forester in seinen Outdoor-Varianten. Subaru hat das stärkere Image symmetrischen Allradantriebs und ernsthafter Ausflüge abseits der Straße. Toyota hat hybride Effizienz, einen stabilen Wiederverkaufswert und eine riesige Kundenbasis. Das Jaos-Paket schließt die Lücke des RAV4 genau dort, wo nötig: Es bringt den Wagen optisch und technisch näher an jene, die ein SUV nicht nur für den Parkplatz am Einkaufszentrum kaufen.

Und das ist der Punkt. Jaos hat nicht versucht, aus dem RAV4 einen Land-Cruiser-Konkurrenten zu machen — und das ist klug. Dieses Tuning ist ehrlicher als das meiste auf dem Markt: Es liefert Bodenfreiheit, Schutz und die richtige Optik genau dort, wo dem klassischen Crossover am häufigsten das Selbstvertrauen fehlt.

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