95.000 Dollar – und darin ist der Van selbst noch nicht enthalten. Genau diesen Preis ruft Gone Mobile Vans für seinen neuen Ford-Transit-Umbau auf und macht damit aus einem scheinbar bescheidenen Camper einen sechsstelligen Kauf. Das Unternehmen kalkuliert seine Umbauten mit 75.000 bis 95.000 Dollar, während ein Transit des Modelljahrs 2026 in den USA bei 59.180 Dollar startet. Zusammengerechnet liegt das Minimum bei über 134.000 Dollar. Ein Allradfahrgestell mit Hochdach kostet noch mehr.
Basis ist ein Transit 2026 mit Allradantrieb. Der Van steht 50 mm höher, bekommt einen Ladeluftkühlerschutz, verstellbare Dämpfer, Geländereifen, externe Staumodule und Karosserieerweiterungen. Genau diese Erweiterungen schaffen Platz für ein quer eingebautes Doppelbett – darunter liegt ein durchgehender Laderaum mit einer 910 mm langen ausziehbaren Plattform.

Im Innenraum warten ein 85-Liter-Kühlschrank, eine Spüle, eine klappbare Dusche, eine Toilette, eine Heizung, 91 Liter Frischwasser und ein 60-Liter-Abwassertank. Das EcoFlow-Stromsystem speichert 10 kWh und liefert bis zu 3.600 W – das reicht sogar für die Klimaanlage. Eine Klarstellung ist an dieser Stelle nötig: Die beiden EcoFlow-Einheiten arbeiten in einer 48-Volt-Architektur und speichern jeweils 5 kWh, nicht 5 kW, wie es bei ähnlichen Umbauten mitunter heißt – der Unterschied ist entscheidend, denn es geht um gespeicherte Energie, nicht um Momentanleistung.
Bei der Solaranlage geht die Rechnung weniger glatt auf. Auf dem Dach sitzen nur zwei Module mit je 100 W. Unter idealen Bedingungen bräuchten sie rund 50 Stunden Spitzenertrag, um die vollen 10 kWh zu erzeugen – noch ohne die Verluste, die in der Praxis unvermeidlich sind. Solarenergie ist hier eine Rückfalloption, keine echte Stromquelle: Ohne Steckdose am Stellplatz oder Ladung über die Lichtmaschine des Transit während der Fahrt geht dem System der Saft aus.
Den Endpreis dieses konkreten Fahrzeugs, sein Leergewicht und die verbleibende Zuladung hat Gone Mobile Vans nicht veröffentlicht. Genau diese Zahlen zählen: Sobald Wasser, Batterien, Möbel, Reserverad und Außenausrüstung an Bord sind, könnte sich der Transit als deutlich weniger alltagstauglich erweisen, als es die glatte Videotour vermuten lässt. Nur die Waage kennt die Antwort.