Derselbe Silberlack liegt jetzt auf einem Geländewagen, der alt genug ist, um Kindheitserinnerungen zu wecken, und auf einem, der gerade erst vom Band gelaufen ist. 2.000 Stunden, also 250 Achtstundenschichten, brauchte die Sparte Range Rover Classic, um diese beiden Fahrzeuge miteinander zu verbinden. Als Basis diente ein US-Modell, ein Range Rover County Edition von 1993, der komplett restauriert und in Titan Silver lackiert wurde – genau der Silberton mit feinen Aluminiumpartikeln, der auf dem modernen Flaggschiff SV Ultra debütierte. Beide Fahrzeuge kommen gemeinsam am 14. August bei RM Sotheby’s während der Monterey Car Week unter den Hammer.
Werksrestaurierung bedeutet längst nicht mehr nur, ein Auto in den Originalzustand zurückzuversetzen. Sie ist inzwischen ein Werkzeug, um Jahrzehnte zu überbrücken: Classic-Kunden können Farben, Materialien und Details moderner Range Rover auf ältere Generationen übertragen lassen. Beim Modell von 1993 kam erstmals bei Classic die synthetische Ultrafabrics™-Ausstattung zum Einsatz, in der Farbkombination Orchid White und Cinder Grey des SV Ultra, inklusive Laserzeichnung und Sitzperforation. Dazu kommen neue Schriftzüge auf der Motorhaube, Dreispeichenräder mit moderner Oberfläche und vereinfachte Seitenpartien ohne Zierleisten.

Unter der Haube haben die Ingenieure aber nicht getrickst. Der originale 3,9-Liter-V8 bleibt erhalten, gepaart mit der Vierstufen-Automatik – kein Resto-Mod mit modernem Antrieb. Die Spezialisten bauten Motor und Getriebe komplett neu auf und restaurierten Fahrwerk, Lenkung und Bremsen. Genau darum geht es: Der Sammlerwert entsteht nicht durch mehr Leistung, sondern durch die werksseitig beglaubigte Restaurierung und die Verbindung zum allerersten Range Rover SV Ultra, der für den US-Markt gebaut wurde.
Die Vorbesichtigung läuft vom 12. bis 14. August im Monterey Conference Center, die Live-Auktion beginnt am Abend des 14. August. Range Rover hat weder Schätzpreis noch Mindestverkaufspreis, die Laufleistung des Classic oder das Losformat bekanntgegeben. Doch die eigentliche Frage ist gar keine Geldfrage. Zahlen Sammler nicht nur für einen makellos restaurierten Geländewagen, sondern auch für eine offiziell geschaffene Verbindung zwischen zwei Epochen der Marke? Die Antwort gibt es am 14. August.