Dieses tödliche Airbag-Teil kann sich vor jeder VIN-Prüfung verstecken

Dieses tödliche Airbag-Teil kann sich vor jeder VIN-Prüfung verstecken
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

NHTSA bringt den Ersatz-Gasgenerator DTN60DB mit 11 Todesfällen in Verbindung. Nun ist erstmals ein Chevrolet Equinox betroffen — und die Reparaturhistorie wird zum entscheidenden Warnsignal.

Eine VIN-Prüfung hilft hier nicht weiter. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA meldet bereits den 11. Todesfall im Zusammenhang mit dem verbotenen Ersatz-Gasgenerator DTN60DB. Der jüngste Fall ereignete sich am 27. August in Dallas in einem Chevrolet Equinox von 2018 — erstmals endete ein Vorfall mit diesem Bauteil bei diesem Modell tödlich. Zuvor betrafen alle bekannten Fälle den Chevrolet Malibu und den Hyundai Sonata.

Das Beunruhigendste daran: Der werksseitige Airbag des Equinox ist nicht das Problem. In allen 14 der NHTSA bekannten Unfällen war der originale Fahrer-Airbag-Gasgenerator zuvor durch einen DTN60DB ersetzt worden, der nach Angaben der Behörde wahrscheinlich illegal in die USA eingeführt wurde. Bei einem Unfall kann er genau das Gegenteil dessen tun, wofür er gedacht ist: Statt den Airbag normal zu füllen, kann er zerbersten und große Metallfragmente in den Innenraum schleudern. Inzwischen werden 11 Todesfälle und drei schwere Verletzungen mit diesen Bauteilen in Verbindung gebracht.

Im April verbot die NHTSA Import und Verkauf des DTN60DB. Die Anordnung der Behörde verpflichtet den Hersteller zwar formal zu einem Rückruf, doch eine klassische VIN-basierte Massenkampagne dürfte kaum funktionieren. Der Grund ist simpel: Die Gasgeneratoren wurden als Aftermarket-Ersatzteile eingebaut, es gibt keine Liste der betroffenen Fahrzeuge und die Teile sind keiner konkreten VIN zugeordnet. Selbst das Ergebnis „keine Rückrufe“ ist deshalb keine Entwarnung. Außerdem weiß die Behörde bis heute nicht, wie viele dieser gefährlichen Geräte tatsächlich in Autos gelangt sind.

Genau hier sollten Besitzer von Gebrauchtwagen aufmerksam werden. Die NHTSA rät besonders zur Kontrolle von Fahrzeugen, die seit 2020 Unfälle mit ausgelösten Airbags hatten und nicht bei einem Vertragshändler repariert wurden. Lenkrad oder Airbagmodul sollte niemand selbst zerlegen: Die Behörde warnt vor schweren Verletzungen oder sogar Todesfällen. Wenn die Fahrzeughistorie Fragen aufwirft, sollte ein Händler oder qualifizierter Mechaniker den Wagen prüfen. Wird ein DTN60DB entdeckt, darf das Auto bis zum Austausch gegen ein Originalteil nicht gefahren werden.

Und der Equinox vergrößert die Dimension des Problems. Die NHTSA erklärt ausdrücklich, dass keine Daten vorliegen, nach denen sich das Risiko auf Chevrolet Malibu, Hyundai Sonata und Chevrolet Equinox beschränkt. Das wichtigste Warnsignal ist damit nicht mehr das Markenlogo, sondern eine unbekannte Reparaturhistorie des Fahrer-Airbags nach einem Unfall.

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