China baut, Japan bestimmt — EMTA setzt beim Kei-EV alles auf diese Formel

China baut, Japan bestimmt — EMTA setzt beim Kei-EV alles auf diese Formel
EMTA
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Produktion in China, Entwicklung in Japan: EMTA setzt auf eine ungewöhnliche Arbeitsteilung und will mit Kei-Preisen sowie vier Modellen bis 2029 überzeugen.

Das Konzept ist fast provokant: Das erste Auto von EMTA wird in China gebaut, doch ein japanisches Team entscheidet, wie es für Japan aussehen und fahren muss. Das ist nicht einfach der Import eines weiteren chinesischen Elektroautos. Es ist der Startschuss für eine Marke, die 2027 in das Kei-Car-Segment einsteigen und langfristig zu einem vollwertigen japanischen Autohersteller werden will.

Hinter EMT stehen fünf japanische und chinesische Partner: Autobacs Seven, Anest Iwata, Chery Automobile, Gotion High-tech und Jiangsu Yueda Group. Im Mai stellte das Unternehmen die Marke EMTA vor und formulierte einen ehrgeizigen Plan: Den Anfang macht ein elektrisches Kei-Car für Japan, bis 2029 soll die Palette auf vier Modelle wachsen.

Und genau hier wird es spannend. Das erste Auto entsteht in China auf einer EMT-Linie, doch das japanische R&D-Zentrum übernimmt die Schlüsselrolle: Dort werden Spezifikationen festgelegt, Software abgestimmt, lokale Tests und Zulassung organisiert sowie die Qualität überwacht. Künftige Projekte will EMT zunehmend selbst kontrollieren, in einer späteren Strategiephase ist sogar die Fahrzeugproduktion in Japan vorgesehen.

Die kompakten Elektroautos basieren auf der Magic-EV-Architektur mit integriertem eAxle und Batterie im Fahrzeugboden. V2H, V2L, OTA-Updates und fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme sind angekündigt. Die spannendsten Zahlen fehlen aber noch: Exakte Batteriekapazität, Reichweite und endgültiger Preis des ersten Serienmodells sind weiterhin nicht bekannt.

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Gerade der Preis könnte zur ersten kalten Dusche für das Projekt werden. EMTA will auf dem Niveau von Benzin-Kei-Cars oder sogar darunter bleiben und prüft mehrere Batterievarianten. Doch die Konkurrenz ist schon da: BYD brachte den RACCO am 28. Juli 2026 in Japan ab 2,145 Millionen Yen auf den Markt. Je nach Version bietet der chinesische Rivale offiziell 210 bis 320 km Reichweite.

Beim Vertrieb will EMT unter anderem das Netz des Anteilseigners Autobacs nutzen und es um kleinere Verkaufsstellen ergänzen. So entsteht ein ungewöhnlicher Hybrid: Chinesische Fertigungskapazitäten sollen Tempo und niedrige Kosten bringen, während das japanische Team daraus ein Auto machen muss, das sich auf heimischen Straßen nicht wie ein Fremdkörper anfühlt.

Doch vor dem Preiskampf wartet eine viel bodenständigere Prüfung. Umfassende Anpassungstests in Japan sollen im September 2026 beginnen, aber zur Präsentation am 31. August schaffte es der Prototyp nicht aus China: Taifune verzögerten das Schiff. Der nächste echte Test für EMTA sind deshalb keine weiteren Versprechen über „Japanische Qualität“, sondern der Prototyp auf japanischen Straßen. Dann zeigt sich, wie überzeugend China und Japan gemeinsam ein Auto auf die Räder stellen können.

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