Lotus wird als erste chinesische Elektromarke unter einem neuen Zollabkommen den kanadischen Markt betreten. Geschäftsführer Feng Qingfeng erklärte, Kanada stelle eine jährliche Quote von 49.000 Elektrofahrzeugen mit einem Zollsatz von 6,1 Prozent bereit, wodurch eine zusätzliche 100-prozentige Steuer entfällt. Diese Quote soll schrittweise erweitert werden, was dem Marken eine große Chance eröffnet. Vor diesem Hintergrund hat Lotus die Exporte in Länder des Nahen Ostens vorübergehend eingestellt, da die Bedingungen dort unsicher sind, und passt seine Lieferrouten an.

Das Unternehmen hat bereits sechs Händlerstandorte in Kanada eröffnet und plant, diese Zahl in den kommenden Monaten zu verdoppeln. Die Produktion der Exportmodelle hat begonnen, und Lotus ist bereit, die Auslieferungen unmittelbar nach der offiziellen Veröffentlichung der Zollregeln zu starten. Die Marke erwartet, dass das Wachstum in Kanada die rückläufigen Verkäufe im Nahen Osten teilweise ausgleichen wird.

Dieser Schritt passt zur aktualisierten Strategie von Lotus, die die Einführung neuer Hybridmodelle und eine beschleunigte Expansion in China und Europa umfasst. Der britische Hersteller, der seit 2017 von Geely kontrolliert wird, behält sein Werk in Hethel als zentralen Exportstandort bei, wobei die USA etwa 60 Prozent der Sportwagenlieferungen aus Großbritannien ausmachen. Lotus strebt ein "3331"-Verteilungsmodell an: 30 Prozent in China, 30 Prozent in Europa, 30 Prozent in den USA und 10 Prozent in anderen Ländern.

Der Markteintritt in Kanada mit reduzierten Zöllen könnte einer der bedeutendsten Schritte von Lotus in Nordamerika werden, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz unter chinesischen Elektromarken und einer sich lockenden Zollpolitik.