Der Kei-Car, der plötzlich aussieht wie ein echter Geländewagen — und kaum etwas gekostet hat

Der Kei-Car, der plötzlich aussieht wie ein echter Geländewagen — und kaum etwas gekostet hat
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Ein Besitzer aus Japan hob seinen Kei-Car um einen Zoll an, montierte Geolandar-Reifen und baute den Look mit Aufklebern aus dem 100-Yen-Laden auf. Sieht aus wie ab Werk.

Den Daihatsu Taft kauft man meist als günstigen Kei-Crossover für die Stadt — und damit endet die Geschichte normalerweise. Ein Besitzer in Japan hatte andere Pläne. Er baute keine schwere Expeditions-Maschine. Er verschleuderte keine Hunderttausende Yen für Markenkits. Stattdessen verwandelte er seinen Taft in einen winzigen „amerikanischen Lieferwagen“ mit echter Outdoor-Attitüde — zu einem Budget, das fast lächerlich klingt.

Basis war ein gebrauchter Taft G Turbo, gekauft vor rund zwei Jahren. Die Logik war fast zu einfach: erschwinglicher Preis und eine kantige Karosserie, die geradezu nach Customizing schreit. Der Besitzer hob das Auto um etwa einen Zoll an, montierte 14-Zoll-Stahlfelgen Daytona und Yokohama Geolandar X-AT-Reifen. Ein vollwertiger Offroader? Natürlich nicht. Aber optisch bekam der Kei-Car endlich genau das, was dem Serien-Taft fehlte — festere Präsenz, grobes Profil und die Ausstrahlung eines kleinen SUV statt nur eines weiteren hohen Stadtflohs.

Das Spannendste ist aber nicht das Fahrwerk. Es sind die Details. Auf dem werkseitigen Dachträger sitzt ein INNO-Fairing, das vorher an einem Mira Gino gelebt hat. Die Schriftzüge an Türen und Kühlergrill bestehen aus Buchstaben-Aufklebern, gekauft im 100-Yen-Laden. Das Gitter im Grill ist einfach Kunststoffnetz aus dem Baumarkt. Die Befestigung? Doppelseitiges Klebeband und Kabelbinder — alles lässt sich abnehmen, das Auto jederzeit wieder serienmäßig herstellen.

Daihatsu Taft
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Die werkseitige Lackierung Ceramic Green Metallic blieb dominant, weiße Akzente verteilen sich über Spiegel, Nebelscheinwerfer-Einfassungen, hintere Zierleisten und den Innenraum. Die orangefarbenen Einlagen rund um den Wählhebel, die Lüftungsdüsen und das Armaturenbrett bekamen einen weißen Lack ab — aus Daiso, natürlich. Das Geheimnis liegt nicht im Preis der Spraydose. Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung: ein Haftgrund und mehrere dünne Schichten machten aus einer Bastelarbeit etwas, das wie eine Werksoption wirkt.

Und hier kommt die Pointe für das Kei-Segment — dieser Taft versucht gar nicht erst, mit dem Suzuki Jimny zu konkurrieren. Der Jimny ist teurer, im Gelände ernsthafter und im Alltag rauer. Der Taft spielt ein anderes Spiel: Stadt, Wochenend-Ausfahrten, Strand, hippe Naturfotos, leichte Schotterwege und jede Menge visueller Charakter. Genau deshalb wirkt Tuning ohne Schweißgerät, Flex oder teure Markenkits hier nicht billig, sondern bewusst inszeniert.

Dieses Projekt beeindruckt nicht durch Umfang. Es beeindruckt durch Präzision. Der Besitzer wollte aus dem Taft nichts machen, was er nicht ist. Er hat einfach gesehen, welches Bild bereits in dieser kantigen Hülle steckte — und es herausgeholt.

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