BMW wollte nicht warten. Das X2 geht zum Facelift, bevor die meisten Fahrer es überhaupt auf der Straße verinnerlicht haben. Der Grund ist einfach und fast unangenehm: Die zweite Generation stürzte sich mit voller Wucht ins Crossover-Coupé-Format, doch die umstrittene Heckleuchten-Grafik und der schwerfällige Auftritt machten es nie zum offensichtlichen Erben des verschwundenen X4. Und jetzt ändert BMW nicht die Idee des X2 — sondern ihre Inszenierung. Über den Neue-Klasse-Stil und ein deutlich moderneres Interieur.
Die ersten Erlkönig-Fotos von Motor.es erwischen die Prototypen direkt auf dem Autotransporter. Vorn — ein schmalerer, höherer Doppelgrill und scharfe Scheinwerfer im Geist der neuesten SUV der Marke. Ein vollständiger Generationswechsel ist das noch nicht. Doch optisch streckt sich das X2 klar in Richtung der künftigen BMW-Formensprache, die der Hersteller schon an frischen Projekten erprobt.
Am Heck bleibt alles zurückhaltender — und das ist Absicht. Karosserieteile, Spoiler und die vertikalen Reflektoren des M-Pakets bleiben, wie sie sind, während der gesamte Fokus auf die neue Leuchtengrafik wandert. Für BMW ist das ein günstiger, präziser Schachzug: das strittigste Element streichen, ohne die Karosserie anzufassen. Und für den Käufer zählt genau diese Kleinigkeit mehr, als man denkt. Im Segment der kompakten Premium-SUV entscheidet das Design oft nicht weniger als der Motor.
Das Interieur wird ernsthaft überarbeitet. Erwartet werden ein neues, kantigeres Lenkrad, ein zentraler 17,9-Zoll-Bildschirm und eine Panorama-Anzeige statt des vertrauten Kombiinstruments hinterm Lenkrad. BMW verspricht zudem, sowohl die Serienausstattung als auch das Paket an Sicherheitsassistenten zu erweitern — das lässt sich schon an der Strategie mit den größeren Neuheiten der Marke ablesen.
Unter der Haube aber — keine Revolution. Der BMW X2 2028 behält seine Benzin- und Diesel-Vierzylinder mit 7-Gang-Automatik, der xDrive-Allradantrieb bleibt den kräftigen Versionen vorbehalten, und der X2 M35 spielt weiter die scharfe Variante. Den elektrischen iX2 gibt es in drei Ausführungen, darunter den M50, mit einer Reichweite von über 600 km.
Die Rivalen des X2 sind ein bunter Haufen. Der CUPRA Formentor startet in Spanien bei 38.747 €, der Lexus UX bei 39.887 €, der Audi Q3 Sportback bei 48.205 €. CUPRA punktet mit Preis und Fahrer-Image, Lexus überzeugt mit Hybrid-Zuverlässigkeit und Werterhalt, Audi steht dem BMW beim Status am nächsten. Und das X2 antwortet mit aggressivem Design und seiner elektrischen iX2-Version.
Das Debüt des überarbeiteten BMW X2 wird für Juli 2027 erwartet, der Verkauf startet fast sofort, die ersten Kundenfahrzeuge sollen im Februar—März 2028 eintreffen. Und das Wichtigste: Dieses Facelift versucht nicht, aus dem X2 ein völlig neues Auto zu formen. BMW streicht schlicht alles, was das Crossover-Coupé daran hinderte, teurer und erwachsener zu wirken.