Der meistverkaufte SUV der USA fällt bei seinen eigenen Besitzern durch
Man sollte meinen, der Bestseller gewinnt automatisch alles. Diesmal nicht. Der Honda CR-V führt die US-Verkaufscharts bei Crossovern klar an – doch seine eigenen Besitzer lassen ihn nicht einmal unter die Top drei. In der Studie J.D. Power APEAL 2026 belegt der Toyota RAV4 Platz eins unter den kompakten SUVs, gefolgt vom Nissan Rogue und Kia Sportage. Im ersten Halbjahr kauften Amerikaner 226.046 Exemplare des CR-V – 6 % mehr als im Vorjahr.
Honda als meistverkauftes Auto des Landes zu bezeichnen, wäre übertrieben: In der Gesamtwertung führen weiterhin die Pick-up-Familien Ford F-Series und Chevrolet Silverado. Der CR-V ist lediglich unter den SUVs Spitzenreiter – nicht mehr. Und APEAL misst weder Zuverlässigkeit noch Reparaturkosten.
Was also misst die Studie? J.D. Power befragte 78.514 Besitzer 90 Tage nach dem Kauf und ließ sie 37 Merkmale bewerten – von Design über Komfort bis zu Infotainment und Fahrgefühl. Der Sieg des RAV4 spiegelt den ersten Eindruck wider, nicht eine erwiesene Überlegenheit auf lange Sicht.
Der Abstand ist minimal. Toyota erreichte 839 Punkte, Honda 838. Der Durchschnitt im Massenmarktsegment liegt bei 846. Kein einziges Honda-Modell gewann seine Kategorie, während Toyota gleich zweimal punktete – mit RAV4 und Crown Signia. Auch die Verkaufszahlen liefern also keine eindeutige Antwort.
Dafür gibt es eine Erklärung. Zu Jahresbeginn kämpfte Toyota mit begrenzter Verfügbarkeit, während die Produktion des neuen RAV4 erst anlief. Die sechste Generation setzt ausschließlich auf Hybridantrieb, bekam ein neues Design, überarbeitetes Infotainment und aktualisierte Assistenzsysteme – genau jene Änderungen, die den ersten Eindruck am stärksten prägen.
Am Ende steht ein Unentschieden mit zwei unterschiedlichen Trophäen: Der CR-V gewinnt das Verkaufsrennen, der RAV4 die Gunst neuer Besitzer. Was nach fünf oder zehn Jahren Nutzung passiert, kann die APEAL-Studie nicht beantworten – das war nie ihr Anspruch.
Tarantas.news berichtete zuvor, dass Elektroautos in der J.D.-Power-Studie 2026 den größten Zuwachs bei der Besitzerzufriedenheit verzeichneten – mit einem Plus von 22 Punkten.