China bekommt ein Monster mit 1381 PS. Europa bekommt „nur“ 897. Enttäuscht? Nicht so schnell. Selbst gezähmt fährt der Zeekr 9X als stärkstes Auto der Marke nach Europa — und seit dem 29. Juli lässt sich der Sechssitzer Ultra AWD offiziell bestellen. Nur einen Preis nennt Ihnen niemand: Die Länder-Preislisten werden noch finalisiert, und Zeekr markiert jede genannte Zahl als vorläufig und noch nicht homologiert.
Es ist das fünfte Zeekr-Modell in Europa innerhalb von drei Jahren — und das erste mit Tank. Der Super Hybrid funktioniert anders als ein klassischer Plug-in: Der 2,0-Liter-Turbo treibt die Räder nie an, er arbeitet als Generator für zwei Elektromotoren, einer pro Achse. Die Architektur liegt bei 900 Volt. Zeekr selbst führt den europäischen 9X als EREV, also als Elektroauto mit Reichweitenverlängerung. Im Klartext: ein Stromer, dem der Strom nicht ausgeht. Gezeichnet wurde er nicht in China, sondern vom Team um Stefan Sielaff in Göteborg.
Jetzt die Zahlen, wegen denen alle gekommen sind. 660 kW, also 897 PS, und 935 Nm. Von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden — bei 2900 kg Leergewicht. Spitze: 240 km/h. Von 10 auf 80 % lädt der SUV je nach Variante in 9,5 bis 11 Minuten, denn die 900-Volt-Architektur schluckt bis zu 330 kW. Das ist schneller als bei den meisten reinen Elektroautos.
Bei der Reichweite lohnt der zweite Blick. Die Pressemitteilung nennt bis zu 223 km rein elektrisch und bis zu 767 km kombiniert — das sind allerdings Bestwerte der gesamten Baureihe. Der jetzt bestellbare Ultra AWD trägt eine Pufferbatterie mit 55 kWh, und der offizielle europäische Konfigurator nennt rund 179 km nach WLTP sowie 737 km Gesamtreichweite. Vorläufig gibt der Hersteller 8,9 l/100 km bei leerer Batterie an, dazu 28,5 kWh/100 km und 77 g/km CO2 im gewichteten Zyklus. Welcher Messzyklus final gilt, steht nicht in der Mitteilung — diese Werte können sich also noch bewegen.
Der Innenraum ist der eigentliche Grund, in dieser Klasse einzukaufen. Sechs Plätze im Format 2+2+2, dazu zwei Einzelsitze in Reihe zwei mit Beinauflagen, Verstellung, Heizung, Belüftung und Massage. Aus dem Himmel fährt ein 17-Zoll-OLED — und zwar nicht einfach nach unten, sondern 88 Zentimeter nach vorn zu den Passagieren. Die Naim-Anlage bringt 32 Lautsprecher, 40 Verstärkerkanäle, zwei Subwoofer und 3868 Watt. Zwischen den Sitzen wartet ein Fach, das von -6 bis +50 Grad kühlt und wärmt. Der Fahrer bekommt ein 47-Zoll-AR-Head-up-Display, einen 16-Zoll-OLED mit 3,5K in der Mitte und einen Dachlidar samt Nvidia-Drive-Thor-Chips.
Auch praktisch passt es. Der Kofferraum fasst 677 Liter, mit umgelegten Reihen 2148 Liter. Die Anhängelast beträgt 2000 kg. Das Fahrwerk nutzt eine Zweikammer-Luftfederung mit Zweiventil-Dämpfern, die Räder messen 22 Zoll. Die Karosserie streckt sich auf 5239 mm bei 3169 mm Radstand. Zum Start gibt es Crystal White, Lava Grey und Onyx Black, wobei nur der schwarze Wagen das Black Pack bekommt.
Bleibt die große Frage — was kostet er. Zeekr schweigt noch, doch die deutsche Tochter hat den Lieferzeitraum bereits genannt: Dezember 2026 bis zum ersten Quartal 2027. Erst mit dem Preisschild wird klar, ob der 9X wirklich in der Liga von Range Rover, Mercedes-Benz GLS und BMW X7 spielt — oder nur daneben parkt. Nächste Prüfpunkte: Preislisten, abgeschlossene Homologation und die ersten Autos beim Kunden.