Kein Riss in den Hallen, trotzdem stehen die Lexus-Bänder bis Freitag komplett still

Kein Riss in den Hallen, trotzdem stehen die Lexus-Bänder bis Freitag komplett still
global.toyota
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Das Beben der Stärke 7,1 erreichte Toyotas Werke auf Kyushu nie. Eine Frühschicht lief, dann gingen die Lichter wieder aus — und mehr als 5000 Lexus entstehen diese Woche nicht.

Kein Riss in den Hallen, kein einziger Verletzter — das Erdbeben hat Toyotas drei Werke auf Kyushu nicht angetastet. Und sie stehen trotzdem still. Am Morgen des 29. Juli schafften die Bänder noch eine Schicht, am Abend gingen sie wieder aus: Die Produktion ruht von der zweiten Schicht des 29. Juli bis zum Ende des Freitags, 31. Juli.

Auslöser war das Erdbeben der Stärke 7,1, das am 28. Juli die Präfektur Kumamoto traf. Höchstwert 7 auf der japanischen Skala der seismischen Intensität, Todesopfer, zerstörte Straßen, Haushalte ohne Strom, stehende Züge. Vom Epizentrum bis zu den Werken in der Präfektur Fukuoka sind es rund 150 km — in der japanischen Autoindustrie ist das keine Entfernung: Die Lieferungen laufen hier fast auf die Stunde genau. „Die Lage, einschließlich Nachbeben und Wiederaufbau, ändert sich täglich“, erklärte Toyota und betonte, die Sicherheit der Mitarbeiter bleibe die Bedingung für jeden Neustart.

Die Chronologie wirkt wie Hin und Her, ist aber Kalkul. Die Abendschicht des 28. Juli wurde direkt nach den Stößen gestrichen, um die Standorte zu prüfen. Am Morgen des 29. ging die Frühschicht an die Linien. Dann rechnete der Konzern die Risiken bei Logistik und Zulieferern neu durch — und schaltete alles wieder ab. Ob am 3. August weitergearbeitet wird, entscheidet sich am 31. Juli.

Am härtesten trifft es Lexus. Das Werk Miyata baut die Limousine ES sowie die Crossover UX, NX und RX, die Jahreskapazität liegt bei rund 430.000 Fahrzeugen. Kanda fertigt Motoren, Kokura Komponenten für Hybridantriebe. Branchenschätzungen zufolge kostet allein die dreitägige Pause in Miyata mehr als 5000 nicht gebaute Autos. Toyota selbst hat den Produktionsausfall nicht beziffert.

Und mit den eigenen Bändern endet die Sache nicht. Der Zulieferer Aisin Kyushu hat die Fertigung gestoppt und prüft Gebäude und Anlagen: Alle Beschäftigten sind in Sicherheit, ein Termin für den vollen Wiederanlauf steht aber noch aus. Ahresty, Spezialist für Aluminiumdruckguss, machte es genauso. Und Daihatsu Kyushu folgte Toyota mit seinen Werken in Oita und Kurume in die Pause.

Von unvermeidlichen Verzögerungen bei Lexus ES, UX, NX und RX zu sprechen, ist noch zu früh: Toyota meldet weder geänderte Liefertermine noch Engpässe bei einzelnen Modellen. Alles entscheidet sich am 31. Juli. Wird der Stillstand verlängert oder erholen sich die Zulieferer nicht im Gleichtakt, reicht der Effekt über eine Woche und einen Standort hinaus.

Aktuelle Beiträge