Suzuki hat einen Weg gefunden, Vitara und S-Cross teurer zu verkaufen, ohne ein einziges Pfund in die Technik zu stecken. Das britische Sondermodell Kuro besteht aus schwarzem Lack, schwarzem Kunststoff und orangen Nähten, und dafür verlangt die Marke 700 Pfund mehr als für einen vergleichbaren Vitara Ultra ALLGRIP und 400 Pfund mehr beim S-Cross. Der Motor? Unverändert. Nur bedeutet „unverändert“ bei Suzuki längst nicht mehr „wie bisher“ — dazu gleich mehr.
Der Name ist erfrischend wörtlich: „kuro“ heißt auf Japanisch schlicht schwarz. Und Suzuki hat ihn beim Wort genommen. Beim Vitara Kuro werden die 17-Zöller, die Dachreling, die Türgriffe, der Spoiler, der Heckstoßfänger und die Heckklappenblende schwarz, im Innenraum kommen ein dunkles Armaturenbrett, eine Konsole in Piano Black und kontrastierende orange Nähte an den Türverkleidungen hinzu. Der S-Cross Kuro folgt demselben Rezept, bekommt aber zusätzlich LED-Nebelscheinwerfer, und seine orangen Akzente wandern auf die Sitze und das Lenkrad. Die Karosserie gibt es nur in drei zweifarbigen Metallic-Lackierungen — Ice Greyish Blue Pearl, Sphere Blue Pearl und Savanna Ivory — jeweils mit einem Dach in Cosmic Black Pearl. Zu Fahrwerk, Getriebe und Antrieb sagen die britischen Unterlagen von Suzuki kein Wort. Angetastet wurde davon nichts.
Nun zu den Zahlen, wegen derer sich diese Nachricht lohnt. Der empfohlene Preis des Vitara Kuro ALLGRIP mit Handschaltung liegt bei 31.499 Pfund, rund 42.100 Dollar. Für den S-Cross Kuro werden 32.749 Pfund verlangt, etwa 43.800 Dollar. In den Schauräumen wirken die Summen milder: mit den derzeit gewährten Kundennachlässen nennen die Händler 26.199 beziehungsweise 28.699 Pfund. Der WLTP-Verbrauch beträgt 5,4 l/100 km beim Vitara und 5,7 l/100 km beim S-Cross.
Und hier der Vergleich, den in Pressemappen niemand hervorhebt. Ein vergleichbarer Vitara Ultra ALLGRIP kostet vor Nachlässen 30.799 Pfund — die schwarze Optik schlägt also mit genau 700 Pfund zu Buche. Beim S-Cross Ultra ALLGRIP steht der empfohlene Preis bei 32.349 Pfund, der Kuro-Aufpreis liegt damit bei 400 Pfund. Bezahlt wird die Ausstattung und der Status einer limitierten Serie, sonst nichts. Eine große Wahl bleibt ohnehin nicht: Kuro gibt es ausschließlich in den Allradversionen mit ALLGRIP, mit Sechsgang-Handschaltung oder Automatik.
Und jetzt wird es spannend. Autoevolution schrieb dem Kuro einen Mildhybrid mit etwa 130 PS zu, dazu die Verfügbarkeit eines 1,5-Liter-Vollhybrids mit 113 PS. Für die britische Serie stimmt das nicht — aber nicht, weil das Portal etwas erfunden hätte. Genau dieser 1,4-Liter-Boosterjet mit 48-Volt-System lieferte tatsächlich 129 PS, und zwar bis zu den Autos des Modelljahrs 2025. Zum Modelljahr 2026 tauschte Suzuki ihn mit der Umstellung auf die Euro-6e-Norm still gegen eine gedrosselte Version: 81 kW, also 110 PS (in britischen Preislisten läuft der Motor als MHEV 109). Das Drehmoment hielt sich bei 235 Nm. Einen Vollhybrid führen die aktuellen Kataloge für Vitara Kuro und S-Cross Kuro dagegen gar nicht. Die Pointe sitzt: Die schwarze Sonderserie kommt mit einem Motor, der 19 PS schwächer ist als der des Vorjahres.
Auch die laut beworbene Garantie von „bis zu zehn Jahren oder 100.000 Meilen“, also rund 161.000 km, ist kein Kuro-Merkmal. Die Service Activated Warranty gilt für infrage kommende Suzuki-Modelle in Großbritannien, und sie funktioniert deutlich anders, als sie in der Werbung klingt. Die Werksgarantie läuft drei Jahre oder 60.000 Meilen. Danach greift die Garantie mit der ersten planmäßigen Wartung bei einem Suzuki-Partner und gilt bis zu 12 Monate oder 9000 bis 12.500 Meilen, je nachdem, was früher eintritt, wobei die Kilometergrenze vom Wartungsintervall des Modells abhängt. Danach verlängert sie sich nach jeder weiteren qualifizierenden Wartung, maximal bis zu zehn Jahre ab dem Datum der Erstzulassung. Wer den Händlerservice auslässt, bei dem wird die Zehnjahresgarantie einfach nie aktiv. Ein lückenloses Serviceheft wird übrigens nicht verlangt: Das Auto wird nach einer Prüfung angenommen, gefundene Mängel bleiben aber vom Schutz ausgeschlossen, wenn der Besitzer ihre Behebung nicht beim selben Termin bezahlt.
Und schließlich ist der Kuro keine britische Premiere. In Italien kamen Vitara und S-Cross mit dieser Optik am 2. März 2026 in die Preisliste, und dort ist es nicht einmal eine Sonderserie, sondern die Ausstattungen TOP KURO, STARVIEW KURO und TOP+ KURO ab 30.350 beziehungsweise 31.850 Euro. Auch das Typenschild selbst ist nicht neu: Einen Vitara Kuro gab es in Großbritannien schon 2018 — tausend Autos mit Frontantrieb zu 18.749 Pfund. Acht Jahre, 12.750 Pfund Unterschied und dasselbe Kanji an der Flanke. Die genaue Stückzahl der aktuellen Serie hat Suzuki bislang nicht genannt.