Ein Kleinwagen aus Pakistan geht auf große Reise, und keiner hat es kommen sehen

Ein Kleinwagen aus Pakistan geht auf große Reise, und keiner hat es kommen sehen
suzuki-media.jp
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Suzuki verkauft in Brunei erstmals Alto und Every aus pakistanischer Fertigung mit 660-cm³-Motoren — zum ersten Mal überhaupt verlässt ein im Ausland gebautes Kei-Modell seinen Produktionsmarkt.

Suzuki hat erstmals ein im Ausland gebautes Kei-Car zum Exportprodukt gemacht — und stellt damit die bisherige Logik der gesamten japanischen Kleinstwagen-Nische auf den Kopf. In Brunei laufen jetzt die Verkäufe von Alto und Every aus pakistanischer Montage: Beide Modelle haben dieselben Karosseriemaße und denselben Hubraum wie echte japanische Kei-Cars — 660 cm³. Bisher blieben solche Fahrzeuge aus Suzukis Auslandswerken stets im Produktionsland.

Der Alto wird seit 2019 in Pakistan gebaut. Seine Maße betragen 3.395 x 1.475 x 1.490 mm, angetrieben wird er vom 660-cm³-Motor R06A, wahlweise mit 5-Gang-Schaltgetriebe oder dem automatisierten AGS. 2024 kam der Every dazu — ein Kastenwagen mit 3.395 mm Länge, 1.475 mm Breite und 1.895 mm Höhe, ebenfalls mit dem 660-cm³-R06A und manueller Schaltung.

Jetzt werden beide Modelle aus Pakistan nach Brunei verschifft. Suzuki bezeichnet dies offiziell als den ersten Fall in der Firmengeschichte, dass ein im Ausland gebautes Modell, das Größe und Hubraum japanischer Kei-Cars entspricht, aus seinem Produktionsland exportiert wird.

Die Wahl Bruneis kommt nicht von ungefähr. Der Händler Boustead arbeitet seit 1976 mit Suzuki zusammen und verkaufte im vergangenen Geschäftsjahr rund 1.200 Suzuki-Fahrzeuge, was einem lokalen Marktanteil von 9,5 % entspricht. Aktuell umfasst sein Angebot Jimny, Ertiga und Fronx, während die kompakten Alto und Every den eher nutzwertorientierten Teil der Nachfrage abdecken sollen.

Das Kei-Format selbst bleibt eine der ungewöhnlichsten Methoden, maximalen Raum aus minimalen Abmessungen herauszuholen. Auf dem japanischen Markt verkörpert der moderne Honda N-BOX diese Philosophie am besten — er führt das heimische Kei-Segment unangefochten an.

Und ein amüsantes Detail am Rande: Die eigene Website von Suzuki Brunei hatte zum Zeitpunkt der Prüfung die eigene Neuigkeit noch nicht mitbekommen — dort war weiterhin der alte Alto mit 796-cm³-Motor zu sehen. Die Preise für die pakistanischen Alto- und Every-Modelle in Brunei nannte Suzuki in seiner Mitteilung ebenfalls nicht.

Damit reicht die Geschichte weit über Brunei selbst hinaus. 2019 baute Suzuki erstmals im Ausland ein Auto, das in Größe und Hubraum vollständig der aktuellen japanischen Kei-Klasse entsprach. Sieben Jahre später wurde aus diesem Prinzip erstmals ein Export zwischen zwei ausländischen Märkten — und vermutlich bleibt es nicht der letzte.

Aktuelle Beiträge