Der neue elektrische Lexus interessiert weniger wegen des Modells selbst, sondern wegen Ort und Methode der Fertigung. Laut Nikkei will Toyota bereits im Herbst 2027 die Produktion eines SUV im eigenen Werk in Shanghai starten — und das Anfangstempo ist überraschend zurückhaltend: rund 1.000 Fahrzeuge pro Monat. Eine Einschränkung wiegt schwerer als alles andere: Von „günstig“ kann keine Rede sein — einen Preis hat Toyota bislang nicht genannt.
Das China-Projekt selbst bestätigt der Konzern offiziell. Die zu 100 % eigene Lexus-Anlage in Shanghai wird Elektroautos und Batterien entwickeln und bauen, mit einer geplanten Kapazität von rund 100.000 Fahrzeugen pro Jahr bei voller Auslastung. Das relativiert die 1.000 Einheiten pro Monat — ein vorsichtiger erster Schritt, etwa 12.000 Fahrzeuge im Jahr gegenüber einem Werk, das auf 100.000 ausgelegt ist.
Die zentrale technische Neuerung heißt Gigacasting: Statt Karosserieteile einzeln zu stanzen, werden große Abschnitte in einem Stück Aluminium gegossen. Toyota liefert dazu ein anschauliches Beispiel: Der Heckbereich des aktuellen bZ4X besteht aus 86 gestanzten Teilen und benötigt 33 Fertigungsschritte. Gigacasting ersetzt all das durch ein Bauteil und einen Arbeitsschritt — weniger Komponenten, weniger Gewicht, niedrigere Kosten, weniger Investitionen in die Produktion.
Doch Einsparungen im Werk lassen sich nicht automatisch auf den Fahrzeugpreis oder die Kosten einer Karosserie-Reparatur übertragen. Weder einen Preis noch Reparaturunterlagen hat Toyota bislang veröffentlicht. Die Schlagzeile vom „günstigen E-Auto“ eilt den Fakten also voraus — Fakten, die es schlicht noch nicht gibt.
Auch der Name ist nicht bestätigt. Eine Verbindung zur Studie Lexus LF-ZL liegt nahe — beide sind große SUVs —, doch offiziell spricht Toyota nur von einem neuen Lexus BEV, ohne Namen. Bestätigt hat Lexus dagegen, dass die Elektroautos der nächsten Generation auf einer dreiteiligen Karosseriestruktur mit Gigacasting basieren.
Für künftige Käufer zählen am Ende nicht die spektakulären Werkszahlen. Entscheidend sind drei Unbekannte: Batteriekapazität, reale Reichweite und Preis. Bislang hat Toyota die Technik und das Werk bestätigt, Nikkei den voraussichtlichen Produktionsstart. Der Rest der Details folgt erst näher am Jahr 2027.