Ein zweiter schwerer Pickup kommt ausgerechnet in dieses bedrohte Werk

Ein zweiter schwerer Pickup kommt ausgerechnet in dieses bedrohte Werk
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

GM will den GMC Sierra HD für 104 Millionen Dollar in Oshawa bauen — während Trump ab 2027 Zölle von 50 Prozent auf kanadische Trucks androht.

Das GM-Werk in Oshawa könnte bald mehr als nur den Chevrolet Silverado bauen. Ein zweiter schwerer Pickup des Konzerns könnte aufs Band kommen — der GMC Sierra HD. Eine vorläufige Einigung mit der Gewerkschaft Unifor sieht Investitionen von C$144 Millionen vor — umgerechnet rund 104 Millionen US-Dollar — für die Produktion der nächsten Modellgeneration.

Ein völlig neues Produktionsprogramm ist das nicht. Bereits 2023 hatte GM C$280 Millionen investiert, um Oshawa auf die nächste Generation vollwertiger Benzin-Pickups vorzubereiten. Aktuell laufen dort der Chevrolet Silverado 1500 und der Silverado HD vom Band, und GM selbst bezeichnet das Werk als fähig, leichte und schwere Silverado-Versionen auf derselben Linie zu fertigen.

Der neue Schritt erweitert dieses Konzept: Kommt die Einigung durch, gesellt sich der GMC Sierra HD zum Chevrolet dazu. Die C$144 Millionen sind etwa die Hälfte des vorherigen Modernisierungsprojekts — sollen aber die Modellzahl auf einer bereits aufgerüsteten Produktion erhöhen.

Der Kontext ist angespannt. Die USA halten an einem 25-Prozent-Zoll auf kanadische Fahrzeuge fest, wobei US-Inhalte bei CUSMA-konformen Autos vom Zoll befreit sind. Die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern sind gescheitert. Und US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf kanadische Autos, Lkw und Autoteile ab dem 1. Januar 2027 auf 50 Prozent anzuheben.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Sierra-Zuwachs wie mehr als nur eine weitere Werksinvestition. Es ist eine Wette. GM hält an der kanadischen Fertigung schwerer Pickups fest — ausgerechnet jetzt, wo der Zugang zum wichtigsten Nachbarmarkt deutlich teurer werden könnte.

Endgültig entschieden ist aber noch nichts. GM Canada bestätigt offiziell, dass die Einigung mit Unifor vorläufig ist und von den Gewerkschaftsmitgliedern noch bestätigt werden muss. Betroffen sind rund 4.600 Beschäftigte an den Standorten Oshawa, St. Catharines, Woodstock und Ingersoll. Die Abstimmung läuft am 29. und 30. August, das Ergebnis wird nach Auszählung veröffentlicht.

Zu Verhandlungsbeginn arbeiteten im Werk Oshawa selbst nur rund 2.750 Unifor-Mitglieder. Für sie bedeutet ein zweiter schwerer Pickup nicht nur eine Zahl im Bericht, sondern die Chance auf eine stabilere Auslastung des Standorts. Starttermin und Produktionsvolumen des Sierra HD bleiben allerdings vorerst geheim.

Jetzt entscheidet nicht die Präsentation des Pickups, sondern das Abstimmungsergebnis. Erst nach der Ratifizierung wird klar, wann GM das Investitionsprogramm über C$144 Millionen formell startet und Termine für den Produktionsbeginn des neuen GMC Sierra HD in Oshawa nennt.

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