Der Hybrid-Toyota Land Cruiser 300 hat endlich einen deutlichen Leistungsschub bekommen. Doch das hat seinen Preis — und der Preis heißt Reichweite. In australischer Ausstattung begnügt sich der Performance Hybrid mit einem 98-Liter-Tank und verbraucht 10,0 l/100 km, während der normale Diesel-LC300 110 Liter Treibstoff mitführt und nur 8,9 l/100 km schluckt. Auf dem Papier: rund 980 km beim Hybrid gegenüber 1236 km beim Diesel. Zweihundertsechsundfünfzig Kilometer sind kein Rundungsfehler, wenn man weiter als bis zur nächsten Stadt will.
Ein Detail muss man gleich klarstellen: Für die Hybridversion kursiert mancherorts auch eine andere Zahl — rechnerische 516 Meilen, also rund 830 km. Rechnet man aber ehrlich — 98 Liter bei 10,0 l/100 km —, kommt man auf rund 980 km. Die niedrigere Zahl unterschätzt die tatsächliche Reichweite des Hybrids also um etwa 150 km. Am Fazit ändert das nichts: Der Diesel schafft zwischen zwei Tankstopps trotzdem rund 21 % mehr Strecke.
Und das muss man verstehen: Toyota hat nie versucht, diesen Antrieb sparsam zu machen. Der australische Performance Hybrid kombiniert einen twin-turbogeladenen Benzin-V6 mit einem Elektromotor — und leistet 341 kW, umgerechnet etwa 464 PS, plus 790 Nm Drehmoment. Toyota sagt unumwunden, dass das i-Force-Max-System für Zugkraft, Beschleunigung und souveränen Geländeeinsatz entwickelt wurde. Kraftstoffeffizienz war schlicht kein Teil der Rechnung.
Der Vergleich mit dem Diesel macht das deutlich. Der elektrifizierte LC300 bringt 114 kW und 90 Nm mehr — zahlt dafür aber mit größerem Durst. Batterie und Hybridtechnik haben gleichzeitig das Volumen des Kraftstofftanks verkleinert — das ganze Geheimnis hinter dem Paradox „stärker, aber durstiger“. Unabhängige australische Tests bestätigen dieselben Herstellerangaben von 98 Litern und 10,0 l/100 km — keine geschönten Marketingzahlen.
Beim Marktstart hat Toyota es nicht verheimlicht: Das ist ein „Performance“-Hybrid, kein Effizienz-Hybrid. In der australischen Modellpalette bleibt er den Topausstattungen vorbehalten — GR Sport und Sahara ZX. Der Sinn der Version ist einfach: maximale Zugkraft und sofortiges Ansprechverhalten, ohne die 3500 kg Anhängelast zu verlieren. Alles andere ist zweitrangig.
Die Wahl zwischen den beiden LC300-Versionen fällt damit für Toyota-Verhältnisse ungewöhnlich aus. Der Performance Hybrid passt zu allen, denen Leistung und spontanes Ansprechverhalten hier und jetzt wichtig sind. Der Diesel bleibt die deutlich logischere Wahl für lange Strecken und Expeditionen, bei denen die Distanz zwischen zwei Tankstopps mehr zählt als Beschleunigungswerte. Noch ein Hinweis: Tank- und Verbrauchszahlen lassen sich nur innerhalb eines Marktes fair vergleichen — bei anderen Land-Cruiser-300-Varianten fällt die Tankkapazität unterschiedlich aus.