Leapmotor B10 wird ab 2026 in Spanien produziert
Stellantis bestätigt Produktion des Leapmotor B10 in Zaragoza ab 2026. Erster in Europa gefertigter Leapmotor, Details zu Motor, Reichweite und Preis.
Stellantis hat bestätigt, dass die Produktion des chinesischen Elektro-Crossovers Leapmotor B10 in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in seinem Werk in Zaragoza, Spanien, beginnen wird. Damit wird dieses Modell der erste Leapmotor sein, der in Europa in Serie gefertigt wird.
Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund erheblicher finanzieller Verluste des Konzerns, die im vergangenen Jahr nach einer Überarbeitung seiner Elektrifizierungsstrategie mehr als 20 Milliarden US-Dollar betrugen. In den USA wurden mehrere Projekte gestrichen, darunter der elektrische Ram 1500 und Hybridversionen von Jeep.
Die Lage in Europa scheint stabiler zu sein, wobei die Marken Opel und Peugeot ihre Positionen im EV-Segment behaupten. Ein Schlüsselelement der Strategie ist das Joint Venture Leapmotor International, an dem Stellantis mit 51 Prozent beteiligt ist. Im Jahr 2023 investierte das Unternehmen 1,6 Milliarden Euro für einen 20-Prozent-Anteil am chinesischen Autobauer.

Der Leapmotor B10 ist ein kompakter Crossover mit einer Länge von 178 Zoll (etwa 4,5 Meter). Angetrieben wird er von einem hinteren Elektromotor mit 218 PS. Kunden können zwischen einem 56,2-kWh-Akku wählen, der eine WLTP-Reichweite von 224 Meilen bietet, oder einer 67,1-kWh-Version mit bis zu 270 Meilen Reichweite. Derzeit aus China importiert, startet das Modell bei 29.990 Euro.
Die lokale Fertigung ermöglicht es dem Unternehmen, europäische Zölle auf chinesische Elektroautos zu umgehen und könnte zur Preisstabilisierung beitragen. Darüber hinaus ist die Produktion von drei weiteren Leapmotor-Modellen im spanischen Werk für das Jahr 2027 geplant. Um die Lokalisierung zu gewährleisten, wurde ein Joint Venture namens Lieder Automotive (eine Partnerschaft zwischen Duoli Technology und Fagor Ederlan) gegründet, das in Europa gefertigte Komponenten liefern soll.
Insgesamt zeigt die Strategie von Stellantis einen neuen Trend auf. Statt direkt mit chinesischen Marken zu konkurrieren, integriert der Konzern sie in sein eigenes EU-Produktionsnetzwerk. Dieser Ansatz reduziert Zollrisiken und ermöglicht den Zugang zu kostengünstigeren Plattformen. Sollte sich die Lokalisierung in Zaragoza als erfolgreich erweisen, könnte Stellantis Leapmotor als preisgünstige Elektromarke für Europa positionieren und damit den Druck auf Volkswagen, Renault und koreanische Marken im Segment der Elektro-Crossover unter 35.000 Euro erhöhen.