Ein Auto tiefer zu legen, ohne den Komfort zu killen — genau daran zerbricht das Tuning der Federung in den meisten Fällen. Tanabe behauptet, das Rezept gefunden zu haben. Die Japaner haben ihr Tieferlegungssortiment SUSTEC NF210 erweitert und ein Kit für den Mitsubishi Delica Mini der Generation BA1A nachgelegt — jenen, der seit Oktober 2025 vom Band läuft. Das ist kein böser Trackbau. Das ist saubere Arbeit für alle, denen die Werkshöhe zu hoch wirkt.
Der ganze Sinn des NF210 ist es, den vertrauten Tausch zu sprengen „tiefer heisst härter“. Tanabe nennt die Serie Normal Feeling: Die Federn müssen das Auto optisch senken, aber die alltägliche Weichheit erhalten. Für den Delica Mini sind 18 mm Absenkung vorn und 23 mm hinten angegeben. Die Federn sind kaltgeformt.
Der Hersteller setzt voll auf Setzungsbeständigkeit, Elastizität und lineares Ansprechverhalten. Die Federrate steigt laut Tanabe um weniger als 10%. Heisst: Das Auto soll nicht zum harten Stadt-Hocker mutieren. Und beim Delica Mini ist genau das entscheidend. Die Leute kaufen ihn nicht nur für die Optik, sondern für die Praxis — kompakte Abmessungen, hohe Sitzposition, Wendigkeit im Stadtverkehr gehören zum Charakter.
Eine harte Federung würde den Sinn eines solchen Autos zerstören. Vor allem auf mässigem Asphalt und auf kurzen Alltagsstrecken. Ein Vierer-Set — zwei vorn, zwei hinten — kostet 247 Dollar inklusive Steuer. Einzeln gibt es sie ebenfalls: vorne 69 Dollar, hinten 54.
Der optische Effekt des NF210 bleibt moderat. Das Auto steht tiefer und wirkt straffer, die Radhäuser wirken voller — ohne dass der Delica Mini sich als Hot Hatch verkleidet. Die Stimmung erinnert an ein Werks-Upgrade für Fahrer, denen die Serien-Silhouette zu hoch steht.
Die eigentliche Frage ist, wie sich das im echten Leben fährt. Wenn Tanabe den Komfort wirklich gerettet hat, könnte das NF210 zum seltenen Tier im Tuningmarkt werden — eine Tieferlegung, für die man nicht bei jedem Schlagloch bezahlt.