BMW hat sich endlich entschieden, ein Kapitel zu beenden. Am Stand von BMW in Busan war der neue BMW iX3 50 xDrive der Hauptdarsteller — und das ist nicht einfach das nächste elektrische Crossover. Es ist das erste Serienmodell der Neuen Klasse, der Plattform, mit der die Marke offiziell eine neue Ära ihrer Elektroautos einläutet. BMW selbst nennt den iX3 das „erste Modell einer neuen Ära“. Keine leeren Worte: Die Architektur, der Akku und ein komplett neu gedachter Innenraum stehen dahinter.
In Busan konnte man das Auto endlich aus der Nähe sehen. Der bläulich-graue Crossover stand neben MINI und anderen Modellen der BMW Group Korea, und vom vorherigen iX3 ist fast nichts mehr übrig. Die Front wirkt klarer und optisch flacher. Die berühmten „Nieren“ sind geschrumpft, haben eine beleuchtete Kontur bekommen und zitieren nun offen die klassische Neue Klasse der 1960er. Schmale Scheinwerfer, große Räder mit aerodynamischen Einsätzen, nahezu glatte Flanken — neben den gewohnten X-Modellen von BMW wirkt der neue iX3, als käme er aus dem nächsten Jahrzehnt.
Auf den koreanischen Markt kommt der iX3 50 xDrive. Zwei Elektromotoren, Allradantrieb, eine Systemleistung von 345 kW — das sind 469 PS — und 645 N·m Drehmoment. Null auf 100 km/h in 4,9 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 210 km/h begrenzt.
Das eigentliche Ass ist nicht die Beschleunigung. Es ist der Akku. Der neue iX3 fährt mit 800-Volt-Architektur, einem Hochvoltakku mit 108,7 kWh nutzbarer Kapazität und unterstützt DC-Laden mit bis zu 400 kW. Von 10 auf 80 Prozent in 21 Minuten. Und 10 Minuten an einer Schnellladesäule bringen bis zu 372 km WLTP-Reichweite. Im Ernst: zehn Minuten, fast 400 Kilometer.
Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 805 km. Für die koreanische Version nennt BMW Korea bis zu 611 km nach dem lokalen Zertifizierungszyklus. Der Unterschied ist groß, aber erwartbar: Die koreanische Methodik und WLTP messen schlicht anders, und ein direkter Vergleich bringt wenig.
Auch der Innenraum ist komplett neu — und hier wagt BMW einen Schritt, vor dem sich bisher kaum jemand getraut hat. Es gibt kein separates Kombiinstrument mehr. Gar keines. An seiner Stelle sitzt BMW Panoramic Vision, eine Projektionsfläche über die gesamte Breite des unteren Windschutzscheibenbereichs. Der zentrale Bildschirm ist zum Fahrer geneigt, und die Lenkradtasten arbeiten nach dem Shy-Tech-Prinzip: Sie leuchten und erscheinen nur dann, wenn sie gebraucht werden. Darunter steckt eine neue Elektronikarchitektur mit vier Hochleistungsrechnern. Einer davon ist Heart of Joy, der Controller, der das Zusammenspiel von Antrieb, Lenkung, Bremsen und Rekuperation steuert. Ein einziges Gehirn für die gesamte Fahrdynamik.
Und noch ein Detail, auf das BMW besonders stolz ist. Der iX3 ist das erste Serienmodell aus dem neuen BMW-Werk im ungarischen Debrecen, das eigens für die nächste Elektroauto-Generation der Marke gebaut wurde. Die koreanischen Preise stehen bereits fest: SE — 79,9 Millionen Won, M Sport — etwa 86,9–87,1 Millionen Won, M Sport Pro — 91,9 Millionen Won. Marktstart ist der 6. Juli. Die Ära der Neuen Klasse hat offiziell begonnen.