In Busan ist gerade das passiert, worauf der koreanische Markt lange gewartet hat. Auf der Messe BIMOS 2026 hat BYD den Sealion 6 DM-i enthüllt — sein allererstes Plug-in-Hybrid-Crossover für Korea. Und das ist kein Nebenprojekt. Es ist das erste Hybridmodell des chinesischen Riesen, das offiziell auf den Markt zielt, den Hyundai und Kia seit Jahrzehnten beherrschen. Bisher rollte BYD in Korea ausschließlich elektrisch an: Atto 3, Seal, Sealion 7. Die Spielregeln ändern sich gerade.
Die eigentliche Sensation ist nicht die Karosserie, sondern die Technik darunter. DM-i, kurz für Dual Mode Intelligent, ist BYDs eigener Hybridantrieb: Der Elektromotor übernimmt die Hauptrolle, während der 1,5-Liter-Benziner meist als Generator die Batterie nachlädt und nur bei hoher Last die Räder direkt antreibt. Das fühlt sich fast wie ein Elektroauto an — mit einem entscheidenden Unterschied: Das Tanken auf der Autobahn dauert drei Minuten, nicht vierzig. Im Zentrum sitzt die hauseigene Blade-Batterie, ein 18,3-kWh-LFP-Akku, der bis zu 70 km rein elektrischer Reichweite ermöglicht.
Am Stand in Busan zeigte BYD das Auto gleich in zwei Ausprägungen: eine schwarze Karosserie mit aggressiver roter Grafik — für alle, die gesehen werden wollen — und ein zurückhaltendes silbernes Exemplar für jene, die lieber das Datenblatt sprechen lassen. Der Sealion 6 ist ein mittelgroßes Familien-SUV mit 4775 mm Länge. Sprich: BYD stöchert nicht in einer Exoten-Nische, sondern marschiert in die wichtigste, lukrativste Klasse des koreanischen Marktes — ausgerechnet dort, wo sich Hyundai und Kia seit Jahrzehnten zu Hause fühlen.
Und dann ist da der Preis. BYD klebt 37,5 Millionen Won auf den Sealion 6 DM-i in Korea — umgerechnet rund 27.000 Dollar. Das liegt mitten im Hybrid-Programm von Hyundai und Kia, nur mit chinesischer Batterie, chinesischer Elektronik und einem DM-i-System, das sich auf anderen Märkten bereits bewährt hat. Die Vorbestellungen starteten noch am selben Tag. Hyundai und Kia, die im lokalen PHEV-Segment gerade kaum etwas anzubieten haben, dürften diesen Wind vom Meer sehr bald spüren.