Honda weckt den Fit endlich auf — und es geht nicht nur um einen neuen Stoßfänger

Honda weckt den Fit endlich auf — und es geht nicht nur um einen neuen Stoßfänger
B. Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Honda geht den Fit der vierten Generation nicht mehr sanft an. Neue Front, neue Ausstattungen, CROSSTAR und RS nur noch als Hybrid. Das ist mehr als ein Facelift.

Honda hat sich endlich entschieden, den Fit wachzurütteln. Und das ist nicht einfach ein Facelift um des Facelifts willen — laut japanischen Quellen könnte der überarbeitete Kleinwagen bereits im Juli 2026 vorgestellt werden. Formal ist es weiterhin dieselbe vierte Generation. In Wahrheit ist es der Versuch, das Modell aus dem Schatten zu holen, in dem es seit 2020 unter dem Druck von Toyota Yaris und Nissan Note steht. Keine Revolutionen. Aber ein neues Gesicht, eine neue Modellpalette und eine klare Wette auf den Hybrid.

Die größte Veränderung passiert vorn. Der Fit bekommt einen neu gezeichneten Kühlergrill, überarbeitete Zierteile und einen deutlich größeren unteren Lufteinlass. Die Scheinwerfer behalten laut japanischen Quellen ihre bisherige Form, aber Tagfahrlicht und Innengrafik werden neu. Kleinigkeit? Genau solche Kleinigkeiten entscheiden, ob ein Auto frisch wirkt — oder einfach nach „dasselbe nach der Waschanlage“ aussieht.

Auch die Baureihe wird umgekrempelt, und deutlich ernsthafter, als es scheint. Statt BASIC, HOME und LUXE kommen X und Z, dazu bleiben CROSSTAR und RS. Vier Ausstattungen statt fünf — einfacher für den Händler, klarer für den Kunden. Aber die eigentliche Nachricht kommt danach: CROSSTAR und RS werden künftig nur noch als Hybrid angeboten. Eine reine Benzinversion gibt es in diesen Linien nicht mehr. Der klassische 1,5-Liter-Saugmotor bleibt nur in den Einstiegsvarianten X und Z. Das ist keine Kosmetik mehr — das ist eine Wette auf e:HEV als Kerntechnologie des Modells.

Innenraum des Honda Fit der aktuellen Generation
B. Naumkin

Die Technik bleibt nach vorläufigen Angaben vertraut. Basis ist das Hybridsystem e:HEV mit zwei Elektromotoren: Der Benziner arbeitet meist als Energielieferant, den Antrieb übernimmt in den meisten Modi der E-Motor. Sanfte Beschleunigung. Niedriger Verbrauch. Ein ruhiger Stadtcharakter. Kein Auto für Adrenalin — und es will keins sein. Der Fit macht etwas anderes: einsteigen und losfahren, ohne Kampf mit Abmessungen und Übersicht. Und das kann er besser als fast alle Konkurrenten.

Der Verkauf startet kurz nach der offiziellen Premiere, die ersten Auslieferungen werden für Herbst 2026 erwartet. Laut Response laufen bei einigen Händlern bereits Vorabgespräche und frühe Bestellungen. Das heißt: Honda skizziert nicht nur die Zukunft — das Unternehmen bereitet einen normalen kommerziellen Marktstart vor.

Weltweit bleibt der Fit eine Nische: ein japanischer Kleinwagen in einer Welt, die auf SUVs schielt. Aber als Alternative zu Toyota Yaris, Nissan Note und anderen kompakten japanischen Hybriden ist er weiterhin interessant. Vor allem für Käufer, die keinen „etwas größeren Crossover aus China“ wollen, sondern ein kleines, sparsames Auto mit flexiblem Innenraum und einer klaren Hybridtechnik.

Honda versucht nicht, den Fit in einen modischen Crossover zu verwandeln. Und das ist ehrlich gesagt eine Seltenheit. Der kleine Hatchback bekommt einfach die Chance, weniger häuslich zu wirken — ohne das zu verlieren, wofür ihn die Leute überhaupt kaufen.

Aktuelle Beiträge