Ein Mann führt jetzt Alfa Romeo und Maserati — und das verändert alles

Ein Mann führt jetzt Alfa Romeo und Maserati — und das verändert alles
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Jean-Philippe Imparato verlässt Stellantis nach 36 Jahren. Santo Ficili übernimmt Maserati — und behält gleichzeitig Alfa Romeo. Eine ganze Ära endet in einer einzigen Pressemitteilung.

Stellantis mischt die europäischen Karten neu — und dieses Mal richtig laut. Jean-Philippe Imparato, einer der bekanntesten Top-Manager der Gruppe, verlässt das Unternehmen nach 36 Jahren. Eine ganze Ära endet in einer einzigen Zeile einer Pressemitteilung.

Imparato stieß Anfang der 1990er zur PSA-Struktur und wurde in der Stellantis-Ära zu einer der Schlüsselfiguren. Er führte Peugeot, trieb den Relaunch von Alfa Romeo voran und übernahm dann Maserati sowie Stellantis & You. Wohin es ihn als Nächstes zieht — darüber schweigt man noch.

Ab dem 1. Juli fährt die Gruppe eine neue europäische Struktur hoch. Santo Ficili wird zum CEO von Maserati ernannt und behält gleichzeitig den Chefposten bei Alfa Romeo. Der Doppelhut ist kein Zufall: Beide Marken stehen am Scheideweg, und in den kommenden Wochen will Stellantis einen neuen Industrieplan für Maserati und Alfa Romeo vorlegen. Zwei Marken unter einem Chef — das ist die Chance auf harte Kostenkontrolle und echte Synergien. Nur ist die Aufgabe alles andere als einfach.

Alfa Romeo muss die emotionale Sportmarke mit Massenpotenzial bleiben. Maserati — eine Klasse darüber, wo jede Sparmaßnahme bloß nicht nach Billigmachen aussehen darf. Auf diesem Grat zu balancieren, wird zum täglichen Job.

Stellantis & You geht an Luca Napolitano, der zum Head of Sales and Services ernannt wurde. Zuvor hatte er Lancia geführt und die Marke dann an Roberta Zerbi übergeben — ein weiteres Kapitel im jüngsten Personalkarussell.

Napolitano und Ficili berichten direkt an Emanuele Cappellano, COO für Enlarged Europe und die europäischen Marken sowie verantwortlich für Stellantis Pro One.

Cappellano dankte Imparato für seine Jahre in der Gruppe: „Ich möchte Jean-Philippe meinen aufrichtigen Dank für seinen einzigartigen Beitrag zu unserem Unternehmen aussprechen, in dem er sein gesamtes Berufsleben verbracht hat. Jean-Philippe war ein wahres Vorbild dafür, wie man Leidenschaft und Business vereint, und hat die Menschen mit seinem täglichen Engagement und seinem tiefen Wissen über die Automobilindustrie inspiriert.“

Für Stellantis ist das aber weit mehr als ein Namenswechsel im Organigramm. Maserati und Alfa Romeo nähern sich dem Moment, in dem sie dem Markt erklären müssen, was sie in den kommenden Jahren sein wollen. Teuer und elektrisch? Sportlich und Nische? Oder doch pragmatischer als bisher? Imparatos Abgang macht die Frage nur noch drängender.

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