Toyota hat getan, was sich kein anderer Autobauer traute — und eine ganze Stadt gebaut. Die erste Phase von Woven City ist bereits in Betrieb: Die Modellstadt ist in Japans Präfektur Shizuoka entstanden, am Fuße des Berges Fuji, auf dem Gelände des ehemaligen Higashi-Fuji-Werks von Toyota Motor East Japan.
Für das Projekt verantwortlich ist die Tochtergesellschaft Woven by Toyota. Der Gedanke ist ebenso schlicht wie kühn: Toyota will nicht länger nur Autobauer sein — der Konzern zielt auf den Status eines Mobilitätsunternehmens. Das Konzept wurde erstmals 2020 auf der CES gezeigt. Damals klang es wie ein futuristischer Traum. Jetzt hat dieser Traum eine Adresse und Bewohner.
Was ist das überhaupt für ein Ort? Ein lebendiges Labor, in dem gewöhnliche Bewohner — Weavers genannt — Seite an Seite mit den Inventors leben, jenen Teams und Entwicklern, die genau hier neue Produkte und Dienste erschaffen und erproben, noch vor einem möglichen Serienstart. Heute leben rund 100 Menschen in der Stadt, verteilt auf 50 Haushalte. Mit der Zeit soll die Einwohnerzahl auf etwa 300 wachsen.
Dem Projekt haben sich bereits mehr als 20 Inventor-Teams angeschlossen — sowohl Toyotas eigene Bereiche als auch externe Partner. Die Liste der Felder ist beeindruckend: autonomes Fahren, robotergestützte Logistik, Kommunikationssysteme der nächsten Generation, tragbare Wasserstoff-Energiequellen, Sicherheitstechnologien. Und darin steckt die eigentliche Botschaft: Die Zukunft der Branche dreht sich immer weniger um die Autos selbst und immer mehr um die Infrastruktur um sie herum.