Cadillac verspricht, das Smartphone zum Schlüssel des Escalade 2027 zu machen — und warnt im selben Atemzug, dass die Besitzer diesen Komfort nicht sofort genießen werden. Digital Key im neuen Flaggschiff-SUV kommt einfach „später“ nach, per Over-the-Air-Update. Kommt einem bekannt vor.
Die Idee klingt schlicht und verlockend: Handy statt klassischem Funkschlüssel. Aufschließen, verriegeln, starten — alles ohne die Suche in der Hosentasche. Perspektivisch verspricht man den Kunden auch das Teilen des digitalen Schlüssels mit anderen Nutzern und die Anbindung an Apple Wallet. Auf dem Papier sieht das großartig aus. In der Praxis heißt es: wieder warten.
GM rollt diese Technologie nicht zum ersten Mal aus. Ein Beta-Test lief bereits mit dem elektrischen Cadillac Lyriq und dem Optiq, jetzt wird das Feature auf weitere Modelle ausgeweitet. Aber gerade der Konzern hat mit dieser Funktion eine schwierige Beziehung. Digital Key sollte beim Chevrolet Silverado EV und beim GMC Sierra EV des Modelljahres 2026 kommen — und tauchte nie auf. Für den Escalade 2026 war sogar eine physische Schlüsselkarte als Backup im Gespräch, doch auch diese Idee wurde leise beerdigt. Zufall? Sieht nicht danach aus.
Die Produktion des Cadillac Escalade 2027 startet am 8. September im Werk Arlington Assembly in Texas. Und das ist der letzte Lauf des „Escalade“ in diesem Bundesstaat: Mit der nächsten Generation zieht die Fertigung nach Michigan um. Alle Verbrennerversionen bleiben auf der GM-T1-Plattform. Der Basismotor ist weiterhin der 6,2-Liter-V8 L87 mit Saugrohreinspritzung. Der Escalade-V behält seinen kompressoraufgeladenen V8 LT4. An der Ingenieurshardware ändert sich kaum etwas — die gesamte Spannung des Modelljahres 2027 ist in die Software gewandert. Genau jene Software, die „irgendwann später“ freigeschaltet wird.