Niemand hatte auf dem MG-Stand in Goodwood diese Ansage erwartet. Die Studie Go ist kein weiteres Schauspielzeug. Laut Autocar ist sie der direkte Vorbote des Serien-MG 2 — ein kleiner Elektro-Fünftürer, der 2027 kommt und Renault 5 sowie Mini Cooper den Fehdehandschuh hinwirft.
Technische Zahlen? Bislang kaum welche. Fest steht nur: Der Go fährt elektrisch und misst rund vier Meter — kleiner als der aktuelle MG 3 und praktisch auf einer Fläche mit dem Renault 5. Optisch trägt er ein Hot-Hatch-Kostüm: Bodykit, große Räder, Diffusor, giftige Silhouette. Doch MG-Designchef Jozef Kaban stellte gegenüber Autocar unmissverständlich klar: Das ist faktisch das Serienauto, nur „für Goodwood herausgeputzt“. Keine ferne Skizze. Keine Fantasie. Ein fast fertiges Produkt.
Und genau hier wird es spannend. MG will aus dem MG 2 keinen weiteren Billig-Stromer machen. Die Marke zielt auf die modische Stadtnische — dorthin, wo Käufer nicht Kilowattstunden bezahlen, sondern ein Image. Das ist das Terrain von Renault 5, Mini Cooper Electric und den kommenden kompakten Stellantis-EVs. Für MG ist das eine radikale Wende: Jahrelang lebte die Marke von aggressiven Preisen, jetzt will sie Emotion und Design verkaufen. Entwickelt wurde das Auto im Londoner MG-Designzentrum — von Anfang an zugeschnitten auf Europa und Großbritannien.

David Allison, Produktchef von MG Motor UK, brachte es auf den Punkt: „Ich glaube ehrlich, dass wir dieses Auto an Leute verkaufen können, die sich unsere heutigen Modelle wahrscheinlich gar nicht ansehen würden — wegen der Kraft des Looks und des Designs.“
Chinesische Marken leben nicht mehr nach der Formel „mehr Auto fürs Geld“. Sie marschieren direkt in die emotionalen europäischen Nischen, in denen bisher Renault, Mini, Fiat und Peugeot regierten.
Und wenn der Serien-MG 2 das Gesicht des Go behält und beim Preis nicht abhebt — bekommt der Renault 5 einen sehr unangenehmen Rivalen. Keine Retro-Kopie. Kein Replikat der Vergangenheit. Ein chinesischer Kleinwagen mit einer britischen Legende auf dem Emblem.