Winzig, spottbillig und offiziell kein Auto — der neue Fiat Topolino sprengt alle Erwartungen

Winzig, spottbillig und offiziell kein Auto — der neue Fiat Topolino sprengt alle Erwartungen
fiat.co.uk
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Zwei Sitze, 45 km/h und bis zu 75 km Reichweite. Der elektrische Topolino startet bei 8995 Pfund — rund 12.000 Dollar — und weckt eine Fiat-Legende der 1930er neu. Charmant, günstig und nur für die Stadt.

Ein brandneues Elektrofahrzeug. Mit Werksgarantie. Und einer der günstigsten Wege in die E-Mobilität — das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und dann kommt der Haken: Das hier ist gar kein Auto. Fiat hat in Großbritannien die Bestellbücher für den elektrischen Topolino geöffnet, und formal ist es kein Auto, sondern ein Quadricycle. Der Preis beginnt bei £8995 — rund $12.000 zum aktuellen Kurs.

Unter der schlichten Karosserie sitzen ein 6 kW starker Elektromotor und ein 5,5 kWh-Akku. Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h, WLTP-Reichweite: bis zu 75 km. Nach Auto-Maßstäben ist das nichts. Doch Fiat tut auch gar nicht so: Der Topolino will kein vollwertiges Auto ersetzen. Sein Revier sind Stadtviertel, kurze Wege, kleine Botengänge, Wochenendtrips zum Ferienhaus, Urlaubsorte und Alltagsrouten, die nie auf die Schnellstraße führen.

Die Bedienung könnte kaum simpler sein: ein Eingang-Getriebe und ein Wählhebel mit drei Stufen — Drive, Neutral, Reverse. Innen zwei versetzt angeordnete Sitze und bis zu 63 Liter Stauraum. Dazu ein Marken-Detail — die Dolce Vita Box, ein Stofffach auf dem Armaturenbrett für Kleinkram. Und genau hier liegt der Kern: Der Topolino verkauft keine Sandero-Vernunft, sondern ein Image. Das Retro-Design ist eine direkte Verbeugung vor dem legendären Fiat 500 Topolino von 1936–1955.

Sein echter Rivale ist nicht der Dacia Spring, sondern der Citroen Ami und andere leichte Stadt-Stromer. Solche Winzlinge haben einen großen Vorteil — einen spottbilligen Einstieg und minimale Kosten. Der Nachteil sind harte Grenzen bei Tempo, Reichweite und Vielseitigkeit. Für eine Familie ist das ein Zweit- oder Drittfahrzeug. Das einzige Auto wird er nie — und will es auch nicht.

Für viele Käufer bleibt so eine Maschine ein schwerer Verkauf. Doch für geschlossene Areale, Parks, Carsharing in Urlaubsorten und Firmenflotten ergibt das Format plötzlich Sinn. Der kleine Fiat beweist eine simple Sache: In Europa ist das bezahlbare E-Auto immer weniger ein Auto und immer mehr etwas zwischen Wagen und persönlichem Stadtverkehrsmittel.

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