Sie behielten die Türen und bauten einen ganzen Ferrari drumherum neu auf

Sie behielten die Türen und bauten einen ganzen Ferrari drumherum neu auf
Niels van Roij Design
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Ein Ferrari 599 GTB verlor jedes Blechteil außer den Türen und wurde zum Einzelstück mit Flügelglas und zentralem Kombiinstrument – 15.000 Handarbeitsstunden eines niederländischen Karosseriebauers.

Von der Karosserie des Ferrari 599 GTB Fiorano blieben nur die Türen übrig. Alles andere wurde neu gezeichnet und von Hand aus Aluminium geformt. Entstanden ist ein Einzelstück namens Daytona Shooting Brake Hommage — und dafür waren mehr als 15.000 Arbeitsstunden nötig.

Das Projekt des Studios Niels van Roij Design ist eine Hommage an den Ferrari 365 GTB/4 Shooting Brake von 1972, der einst von Luigi Chinetti Jr. in Auftrag gegeben und vom britischen Karosseriebauer Panther Westwinds gebaut wurde. Das moderne Fahrzeug kopiert das Original nicht Blech für Blech — es übernimmt nur dessen Idee: ein langes Dach, ein abrupt endendes Heck und ein ungewöhnlicher Zugang zum Laderaum.

Ferrari 599 GTB
© nielsvanroij.com

Eine klassische Heckklappe sucht man vergeb­lich. Stattdessen klappen an beiden Seiten riesige, ferngesteuerte Glaselemente auf gefrästen Aluminiumscharnieren nach oben — genau dort verstaut der Besitzer sein Gepäck, während die eigentliche Heckscheibe fest verbaut bleibt. Im Innenraum wanderte das Kombiinstrument in die Mitte der Armaturentafel — eine weitere Verbeugung vor dem Fahrzeug von 1972.

Der Laderaum ist mit Carbon und cognacfarbenem Leder verkleidet, dazu sechs gravierte Aluminiumschienen. Die Rückleuchten verstecken sich hinter einer durchgehenden Glasfläche, die Frontleuchten entstanden aus 3D-gedruckten Verbundbauteilen. Darunter arbeitet weiterhin die bekannte Plattform mit Frontmotor und V12.

Ferrari 599 GTB
© nielsvanroij.com

Der Serien-Ferrari 599 GTB leistete mit seinem 6,0-Liter-Saugmotor 620 PS und beschleunigte in 3,7 Sekunden auf 100 km/h. Zu den Werten dieses konkreten Exemplars schweigt sich das Studio aus, doch CarBuzz nennt 612 PS und 608 Nm Drehmoment, wobei das ursprüngliche Fünfgang-Schaltgetriebe einem sequenziellen Sechsganggetriebe wich. Der Preis der Umbauarbeit bleibt geheim, ein zweites Exemplar wird es nicht geben. Und ein offizielles Ferrari-Modell ist das ohnehin nicht: Niels van Roij Design betont, lediglich Kundenfahrzeuge umzubauen — mit dem Hersteller des Spenderfahrzeugs bestehe keinerlei Verbindung.

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