BMW hat sich vom Z4 verabschiedet – und ein Schweizer Atelier füllt die Lücke ohne Umschweife. Atelier Edo Popken will dem Roadster ein zweites Leben schenken, Auto für Auto. Das Projekt heißt EDO Roadster, und jedes Exemplar soll ein echtes Einzelstück sein. Zwei identische Autos wird es nicht geben – das ist kein Werbespruch, sondern das ganze Prinzip. Wichtige Klarstellung: Es handelt sich um einen unabhängigen Umbau, nicht um eine neue Z4-Generation und keine offizielle BMW-Baureihe.
Und schon steht das Projekt vor einem Problem: Die Basis wird knapp. Der letzte Z4 der Generation G29 hat das Werk von Magna Steyr im österreichischen Graz verlassen, und BMW hat es bestätigt – die Produktion ist beendet, ein direkter Nachfolger ist nicht geplant. Bei den Händlern könnten noch Lagerfahrzeuge stehen, doch darauf ist kein Verlass. Das Programm von EDO wird also auf Gebrauchtwagen, verbliebene Neuwagen oder vorab beschaffte Spenderfahrzeuge angewiesen sein – ob das Atelier bereits einen eigenen Bestand hat, ist bislang nicht bekannt.
Die eigentliche Frage lautet, wie tief EDO eingreifen will. Bleibt es bei Karosserieteilen und Verkleidung, oder rückt das Atelier auch Motor, Fahrwerk und Bremsen zu Leibe? Das ist noch offen. Weder die passenden Z4-Modellvarianten noch die Karosseriematerialien, die Bauzeit, die Stückzahl, der Preis oder die Zulassungsbedingungen sind bekannt. Aktuell gibt es mehr Fragen als Antworten.
Einige Details liegen aber schon vor. Design, Lackierung und Innenraum bleiben bei Atelier Edo Popken selbst, die Mechanik übernimmt die Schwesterfirma Edo Motorsport. Die Pressemitteilung listet mehr als 111 veränderte Teile auf: eine überarbeitete Frontpartie, einen neuen Heckdiffusor, doppelte, runde Auspuffendrohre, die laut Atelier bewusst an den legendären BMW Z8 erinnern sollen. Angepeilt werden über 400 PS und ein Sprint auf 60 mph (rund 97 km/h) in unter 4 Sekunden. Für Gründer Edo Popken ist das kein Neuland – er war zuvor Markenbotschafter für den BMW i8 und hat mit dem i8 Procar und dem i8 Roadster RSL bereits Einzelstücke dieses Modells gebaut.
So oder so hat sich der Status des Serien-Roadsters bereits verändert: Statt eines Katalogfahrzeugs von BMW bekommen Käufer nun eine individuelle Basis für einen Sammlerauftrag angeboten. Was als Nächstes kommt, entscheidet, ob der Hype trägt – Fotos des ersten fertigen EDO Roadster, die vollständige Liste der Änderungen und der endgültige Preis.