Ein Vierzylinder-Lotus mischt jetzt in der Preisliga des Porsche 911 mit

Ein Vierzylinder-Lotus mischt jetzt in der Preisliga des Porsche 911 mit
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Der Emira 420 Sport startet bei 125.400 Dollar in den USA — fast auf Porsche-911-Niveau. Unter der Haube steckt aber kein Sechszylinder, sondern ein 2,0-Liter-Turbovierzylinder von Mercedes-AMG.

Der Lotus Emira 420 Sport startet in den USA bei 125.400 Dollar. Der Preis nähert sich damit spürbar der Porsche-911-Region. Und das, obwohl unter der Haube kein Sechszylinder arbeitet, sondern ein 2,0-Liter-Turbovierzylinder von Mercedes-AMG.

Der Motor leistet 416 PS (nach US-Norm), umgerechnet rund 420 PS, und liefert 500 Nm Drehmoment. Er arbeitet ausschließlich mit dem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe zusammen — ein Schaltgetriebe bleibt der günstigeren Emira V6 SE vorbehalten. Auf 100 km/h beschleunigt der 420 Sport laut Werksangabe in 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 299 km/h.

Bei der Mehrleistung blieb es nicht. Die Karosserie erhält einen neuen Frontsplitter, größere Lufteinlässe, Entlüftungsschlitze in den Kotflügeln und einen Heckspoiler. Lotus gibt 25 kg zusätzlichen Abtrieb an — ohne höheren Luftwiderstand —, zudem liegt das Fahrwerk 5 mm tiefer.

Das optionale Lightweight Handling Pack spart weitere 25 kg ein. Dazu gehören verstellbare Multimatic-Dämpfer, Michelin-Pilot-Sport-Cup-2-Reifen, eine Titan-Abgasanlage, eine Lithium-Ionen-Batterie und eine Verbundwerkstoffplatte anstelle der Heckscheibe.

Den Testern von Car and Driver gefiel besonders die hydraulische Lenkung: Die Rückmeldungen blieben natürlich und präzise, und die abgesenkte Bodenfreiheit sorgte auf normalen Straßen und Schwellen für keine Bodenberührungen. Ganz ohne Kritik kam der Test aber nicht aus. Nach einer längeren Rundstreckensession bemerkten die Autoren ein Nachlassen der Bremsleistung, und im Straßenmodus „Tour“ schaltete das Getriebe beim Beschleunigen zögerlich zurück. Das sind Beobachtungen eines einzelnen Tests, keine bestätigten flächendeckenden Mängel.

Genau darin liegt das Paradox: Das analogste Bauteil des Emira 420 Sport — die hydraulische Lenkung — gibt es nur zusammen mit dem automatisierten Getriebe. Wer Wert auf ein Kupplungspedal legt, muss zur schwächeren V6 SE greifen, die in den USA 10.000 Dollar weniger kostet.

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