BMW bereitet in Südkorea sieben eigene Alpina-Zonen vor—dabei existiert noch kein einziges Serienfahrzeug. Die Markenwerbung startet Anfang 2027, die Verkaufsflächen bei den Händlern öffnen in der zweiten Jahreshälfte, und die ersten Kunden bekommen ihr Auto erst Anfang 2028. Zuerst kommt die Infrastruktur für Individualisierung und die Markenbekanntheit, erst danach das Fahrzeug selbst. BMW lässt sich hier sichtlich Zeit.
Eigene Gebäude braucht es in dieser ersten Phase nicht: Die Alpina-Zonen werden in bestehende BMW-Zentren integriert. Dort können Käufer aus verschiedenen Materialien, Verarbeitungen und individuellen Kombinationen wählen. BMWBLOG berichtet von mehr als 100 Karosseriefarben und über 20 Ledervarianten—eine beeindruckende Auswahl für eine Marke, die noch kein einziges Auto verkauft hat. Das endgültige koreanische Individualisierungsprogramm ist noch nicht veröffentlicht.
Das erste Serienmodell von BMW Alpina wird vom BMW 7er inspiriert sein. Die globale Premiere wird für 2027 erwartet, die koreanischen Auslieferungen folgen später. Das im Mai gezeigte Konzept Vision BMW Alpina geht dagegen nicht in Serie: Es zeigt Design, Materialien und Charakter künftiger Modelle—aber kein fertiges Produkt.
Das ist mehr als nur ein neuer Markteintritt—es ist ein Wandel im Wesen der Marke selbst. Bis 2026 war Alpina ein eigenständiger Kleinserienhersteller, der BMW-Fahrzeuge veredelte. Jetzt ist es eine eigenständige Marke innerhalb der BMW Group, positioniert zwischen den BMW-Topmodellen und Rolls-Royce. 2025 verkaufte das alte Alpina rund 2.600 Fahrzeuge—ein Rekordergebnis, obwohl einzelne Autos über 200.000 Euro kosteten, umgerechnet etwa 228.000 US-Dollar.
Südkorea wird zum eigentlichen Test, ob BMW eine Nischenmarke für Kenner in ein skalierbares Ultraluxusgeschäft verwandeln kann. Der nächste Prüfstein ist die Liste der sieben Händler und der koreanische Preis der ersten Limousine. Genau daran wird sich zeigen, wie nah Alpina an Mercedes-Maybach herankommt, ohne in das Revier von Rolls-Royce vorzudringen.