Kein Mensch mehr am Steuer — XPengs Robotaxi rollt so durch Guangzhou

Kein Mensch mehr am Steuer — XPengs Robotaxi rollt so durch Guangzhou
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

XPengs Robotaxi mit VLA der zweiten Generation hat in Guangzhou eine Genehmigung für Fernübernahme-Tests ohne Sicherheitsfahrer erhalten – Nothilfe läuft jetzt aus einem Fernzentrum, Ziel ist fahrerloser Passagierbetrieb ab 2027.

XPeng hat gerade eine der riskantesten Testphasen seines Robotaxi erreicht — und diesmal sitzt gar kein Mensch mehr im Auto. Das Fahrzeug mit VLA der zweiten Generation hat in Guangzhou eine Genehmigung für Fernübernahme-Tests ohne Sicherheitsfahrer auf dem Fahrersitz erhalten. Die Wagen dürfen auf freigegebenen Stadtstraßen mehrerer Kategorien fahren, während Noteingriffe aus der Kabine in ein Fernzentrum verlagert werden — zum ersten Mal verlässt die Verantwortung für die Sicherheit das Fahrzeug vollständig.

Die Vorschriften von Guangzhou unterscheiden zwischen Straßentests, Demonstrationsbetrieb und kommerziellem Verkehr. Für hochautomatisierte Fahrzeuge ist ein Fernsicherheitsbeauftragter zulässig — aber erst nach Bestehen der erforderlichen Tests und Genehmigungen. Und dabei handelt es sich längst nicht mehr um einen einzelnen Prototyp: XPengs Robotaxi ist über das Laborexperiment hinausgewachsen.

Das erste Vorserienfahrzeug brachte das Unternehmen im Mai in Guangzhou auf die Straße. Es basiert auf der Serienplattform GX, nutzt vier hauseigene Turing-Prozessoren mit einer effektiven Gesamtleistung von 3.000 TOPS und kommt ohne LiDAR und hochauflösende Karten aus. XPeng plante, in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 mit dem Pilotbetrieb für Passagiere zu beginnen. Bis August meldete das Unternehmen bereits mehr als 2.000 interne Testfahrten — die Zahl geht inzwischen in die Tausende, nicht mehr in die Dutzende.

Das nächste Ziel ist noch ehrgeiziger: 2027 soll der Passagierbetrieb ganz ohne Sicherheitsbeauftragten im Fahrzeug starten. Die jetzt erteilte Fernzulassung schließt genau die Zwischenstufe zwischen von Menschen begleiteten Tests und einem solchen Betrieb.

Doch das eigentlich Interessante ist nicht die Genehmigung, sondern die Architektur. XPeng erklärt, dieselbe Modellfamilie komme sowohl in Serienfahrzeugen mit Fahrassistenz der Stufe L2 als auch bei der Entwicklung des Robotaxi der Stufe L4 zum Einsatz. Im März erhielten reguläre Serienfahrzeuge der Marke bereits die zweite VLA-Generation, während sich die Robotaxi-Version auf demselben Basis-Stack weiterentwickelt. Der Satz von XPeng über „durchgängige Fähigkeiten von L2 bis L4“ macht aus einem käuflichen G6, G9 oder P7 aber noch kein Fahrzeug der vierten Automatisierungsstufe. Gemeinsame Architektur ist nicht gleich gemeinsame Fähigkeit.

In den offiziellen Spezifikationen der Serienfahrzeuge wird das System ausdrücklich als Fahrassistenzsystem bezeichnet, das ständige menschliche Kontrolle erfordert. Genau deshalb wiegt die aktuelle Stufe schwerer als jede laute L4-Kennzeichnung: XPeng überträgt zum ersten Mal dieselbe Softwaregrundlage vom Serienassistenten auf ein Fahrzeug mit leerem Fahrersitz im öffentlichen Straßenverkehr.

Zu prüfen bleibt jetzt nicht nur die Qualität des Algorithmus, sondern auch die Fernredundanz, die Sicherheit und die Fähigkeit des Systems, seltene Verkehrssituationen ohne Mensch in der Kabine zu bewältigen.

Tarantas.news berichtete zuvor, dass die Behörden von Nevada Tesla eine Genehmigung für fahrerlosen Passagierbetrieb im Bereich des Las Vegas Strip erteilt haben. In der ersten Phase ist die Flotte auf zehn Fahrzeuge begrenzt.

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