Acht Händler sind im Spiel, doch Xiaomi muss jetzt liefern

Acht Händler sind im Spiel, doch Xiaomi muss jetzt liefern
B. Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Xiaomi Auto nennt acht potenzielle Partner in Deutschland. Doch erst Verträge, Standorte und konkrete Modelle zeigen, wie ernst der Europastart 2027 wirklich wird.

Vor einer Woche öffnete Xiaomi europäischen Händlern gerade erst die Tür. Jetzt wird es deutlich ernster: Der chinesische Konzern hat bereits acht potenzielle Partner in Deutschland. Auf der IFA 2026 in Berlin unterzeichnete Xiaomi Auto Absichtserklärungen mit Ernst Dello, Dinnebier, Emil Frey Germany, Fett & Wirtz, Hahn Automobile, LUEG Mobility, Penske-Jacobs Innovation und SPT Avior.

Von einem fertigen Händlernetz kann trotzdem noch keine Rede sein. AUTOHAUS stellt klar: Verbindliche Händlerverträge sind bislang nicht geschlossen, die Zahl der Verkaufsstellen ist unbekannt, Gebiete der Partner stehen nicht fest und Adressen künftiger Showrooms werden nicht genannt. Dennoch hat sich die Lage spürbar verändert. Am 26. August nahm die internationale Website von Xiaomi Auto erst Anfragen von Händlern und Distributoren entgegen und bestätigte zugleich den offiziellen Europastart für 2027. Jetzt bekommt dieser Plan erstmals konkrete Namen.

Deutschland zeichnet sich dabei klar als eines der wichtigsten Einfallstore nach Europa ab. Bereits im Frühjahr hieß es, Xiaomi prüfe für das Land ein Agenturmodell. Bleibt es dabei? Noch gibt es darauf keine Antwort. Xiaomi hat weder erklärt, welche Aufgaben die Händler übernehmen sollen, noch wem die Fahrzeuge im Bestand gehören werden oder, besonders wichtig, wer am Ende die Preise festlegt.

Und dann ist da noch die große Frage nach den Autos selbst. Xiaomi hat bislang nicht verraten, mit welchen Modellen der europäische Angriff starten soll. International zeigt das Unternehmen den SU7, den SU7 Ultra und weitere Projekte, doch ein europäisches Modellprogramm, offizielle Preise und ein Konfigurator fehlen weiterhin. Vorerst bleibt nur die zentrale Zusage: Der offizielle Start in Europa soll 2027 erfolgen.

Deshalb zählt der nächste Schritt mehr als jede glänzende Ankündigung und jede Absichtserklärung. Xiaomi braucht echte Händlerverträge, konkrete Städte, Servicestützpunkte und eine Liste der Serienmodelle. Erst dann zeigt sich, ob aus den acht Vereinbarungen rechtzeitig zum Start 2027 ein echtes Vertriebsnetz wird — oder ob dies bislang nur ein spektakulärer Auftakt ist.

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