Hyundai N wagt sich jetzt in ein völlig neues Performance-Revier vor

Hyundai N wagt sich jetzt in ein völlig neues Performance-Revier vor
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Hyundai N plant ein frontmotoriges Performance-Modell mit Hinterradantrieb und peilt bis 2030 jährlich 100.000 N-Fahrzeuge an. Über den Hybridantrieb bleiben entscheidende Fragen offen.

Hyundai N bereitet ein Auto vor, das es bei der Marke so noch nie gab: ein frontmotoriges Modell mit Hinterradantrieb. Genau diese Architektur soll für N einen der größten „weißen Flecken“ erschließen — ein Segment, das Hyundai selbst auf rund 22 % des weltweiten High-Performance-Marktes beziffert. Das ist ein deutlicher Kurswechsel: Die Benziner i20 N und i30 N setzten auf Frontantrieb, während Ioniq 5 N und Ioniq 6 N den Schwerpunkt auf elektrische Leistung verlagerten.

Das neue Projekt tauchte in den Unterlagen zum Hyundai CEO Investor Day vom 26. August 2026 auf. Das Unternehmen bestätigte offiziell einen deutlichen Ausbau der N-Familie und das Ziel, bis 2030 jährlich 100.000 Fahrzeuge zu verkaufen. Zum Vergleich: Für 2025 wurden die Verkäufe der vollwertigen N-Modelle auf rund 20.000 Autos geschätzt. Hyundai will also nicht einfach nur zwei weitere schnelle Modelle nachschieben — N soll zu einem wesentlich größeren Geschäftsfeld werden.

Evo berichtet, dass das neue Performance-Modell den Motor vorn und den Antrieb an der Hinterachse haben soll; die Architektur soll zudem Allradantrieb ermöglichen. Das Magazin nennt außerdem einen Hybridantrieb mit Verbrennungsmotor. Doch genau hier beginnt die Spannung: In Hyundais öffentlicher Mitteilung wird die Art des Antriebs dieser Maschine nicht genannt. Ob Mild-, Voll- oder Plug-in-Hybrid, lässt sich deshalb noch nicht als bestätigte Serienspezifikation behandeln.

Die Anordnung ist hier wichtiger als jede spekulative Leistungsangabe. Nach Angaben von Hyundai bilden frontmotorige Fahrzeuge mit Hinterrad- oder Allradantrieb ein Segment mit einem Potenzial von rund 22 % des globalen High-Performance-Marktes. Das ist keine versprochene Hyundai-Verkaufsquote, sondern die Größe eines Bereichs, in den N bislang kaum vorgedrungen ist. Von der Architektur her könnte das künftige Auto näher an den BMW M3 und seine Rivalen rücken, doch Karosserie, Abmessungen, Leistung und Preispositionierung hält Hyundai weiterhin geheim.

Damit enden die Ambitionen nicht. Hyundai will die Abdeckung der High-Performance-Marktsegmente durch N von etwa 30 % auf 60 % erhöhen und zugleich eine zugänglichere Stufe sportlicher Modelle einführen. Sie soll zwischen den normalen N-Line-Modellen und den vollwertigen N-Fahrzeugen liegen — ungefähr so, wie der BMW M340i unterhalb des M3 positioniert ist. Mehr sportliche Autos, mehr Käufer und deutlich weniger Abstand zwischen Sportpaket und echtem N-Modell.

Die größte Frage ist jetzt nicht einmal die Leistung. Hyundai muss noch Karosserie, Plattform und Antrieb des geheimnisvollen Modells offenlegen. Erst dann wird klar, was die Koreaner tatsächlich vorbereiten: einen eigenständigen Hyundai N, einen technischen Verwandten künftiger Genesis-Modelle oder etwas völlig Unerwartetes. Gemessen an der Strategie bis 2030 dürfte es jedenfalls nicht bei einer einzigen Neuheit bleiben.

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