In Affalterbach hat man endlich beschlossen, nicht mehr nur hinterherzujagen — und ist in die Offensive gegangen. Mercedes-AMG-Chef Michael Schiebe kündigte an, dass die Marke in den nächsten 36 Monaten mehr als 27 neue Autos auf die Straße bringen wird. Das Ziel ist ehrgeizig: BMW M bis zum Ende des Jahrzehnts einholen, nachdem man jahrelang klar auf Platz zwei stand.
Der Abstand ist, ehrlich gesagt, gewaltig. 2025 verkaufte Mercedes-AMG 145.000 Fahrzeuge — 7% mehr als im Vorjahr. Klingt solide, bis man auf den Konkurrenten schaut: BMW M lieferte 213.457 Einheiten aus und fuhr das 14. Rekordjahr in Folge ein. AMG peilt nun 200.000 Jahresverkäufe bis 2030 an. Das wären 38% mehr als heute.
Womit will man BMW erlegen? Die Liste hat es in sich. Neue Sechs- und Achtzylindermodelle, die langersehnte GT Black Series, ein G63 Convertible, ein extremes CLE-Coupé unter der Mythos-Reihe mit V8 unter der Haube, ein weniger radikales CLE 63 und ein sechszylindriger C53. Dazu kommt ein elektrischer SUV auf der Plattform des neuen GT 4-Door Coupé. Die Marke will sich offensichtlich nicht zwischen klassischem Verbrenner und Elektroantrieb entscheiden — sie will beides.
Hinter der Modelloffensive steckt aber knallharte Optimierung. AMG reduziert die Zahl der Motorvarianten von zehn auf vier. Das Rückgrat der neuen Ära bilden ein überarbeiteter Reihensechszylinder M256 Evo und ein neuer M177 Evo V8 mit Flat-Plane-Kurbelwelle. Elektrische AMGs bleiben Teil der Strategie — abschreiben tut sie niemand.
Für Käufer von Sportwagen ab 2026 heißt das eines: AMG ist zurück. Breite Modellpalette, echte Verbrenner, Elektro parallel dazu. Und diesmal sieht es so aus, als meine es die Marke todernst.