Nissan’s Stunde ist gekommen. Am 18. Juni bekommt der japanische Markt den neuen Kicks — und das ist kein kosmetisches Facelift, wie viele erwartet hatten. Der Crossover trägt erstmals e-POWER der dritten Generation und den Allradantrieb e-4ORCE. Sprich: Er steigt in dieselbe Liga auf, in der die größeren Modelle der Marke spielen.
Die Preise starten bei 2.999.700 Yen für den frontgetriebenen X Simple Package und klettern bis auf 4.248.200 Yen für den G e-4ORCE. Umgerechnet sind das rund 18.000–25.500 Euro zum aktuellen Kurs. Acht Ausstattungslinien. Acht — das ist viel, und das ist Absicht: Nissan will, dass der Kicks gleichzeitig den günstigen Stadt-SUV und den teureren Familien-Allradler abdeckt. Ein Alleskönner.
Doch das Eigentliche versteckt sich unter der Motorhaube. Die e-POWER-Elektroeinheit folgt nun einem 5-in-1-Layout: Motor, Generator, Inverter, Untersetzungsgetriebe und Hochsetzsteller stecken alle in einem einzigen Modul. Kompakter, leichter, leiser. Im Paket arbeitet ein 1,4-Liter-Benziner namens HR14DDe, der die Räder gar nicht antreibt — er dient ausschließlich als Generator. Der Käufer bekommt das Fahrgefühl eines Elektroautos ohne Ladestecker und ohne Reichweitenangst. Die Räder dreht der Elektromotor, der Benziner füttert leise die Batterie. Ein Deal, der vor fünf Jahren noch zu schön klang, um wahr zu sein.
Die 4WD-Versionen bekommen e-4ORCE — einen elektrischen Allradantrieb, der Motoren und Bremsen in Echtzeit dirigiert. Für den Kicks ist das ein ernsthafter Schritt nach vorn. Kompakte Crossover werden meist nach der Formel „Stadt plus gelegentliche Wochenendausflüge“ verkauft, aber in Japan trennen Schnee, Bergserpentinen und enge Straßen schnell den Marketing-SUV vom Fahrzeug mit echtem Traktionspaket an beiden Achsen. Ein eigener SNOW-Modus liegt obendrauf.
Das Design hat Nissan an einen American-Football-Helm angelehnt — und steht offen dazu. Ein breiter horizontaler Kühlergrill, ausdrucksstarke Tagfahrlichter, ein durchgehendes Heckleuchtenband. Im Innenraum sollen weiche Materialien warten, mehr Knie- und Kopffreiheit, hintere Zero-Gravity-Sitze, Google-Dienste in NissanConnect und ein Doppel-12,3-Zoll-Display in den oberen Ausstattungen. ProPilot ist neuerdings ohne Ausnahme Serie in jeder Version, die Rundumkameras haben mehrere neue Modi gelernt.
Gegen den Toyota Yaris Cross, den Honda Vezel und den Mazda CX-3 setzt der neue Kicks nicht auf den gewohnten Hybrid, sondern auf das Gefühl eines Elektroautos. Toyota punktet mit Verbrauch und Wiederverkaufswert. Honda — mit durchdachtem Innenraum und Vielseitigkeit. Nissan zieht eine andere Karte: leiser Lauf, die unmittelbare Antwort des Elektromotors, Allradantrieb — und das alles, ohne ein vollwertiges E-Auto zu kaufen. Die Rechnung gilt jenen, die das Fahrgefühl von morgen heute wollen, sich aber noch nicht an die Ladesteckdose binden möchten.