Mini geht aufs Ganze. In Japan bringt die Marke zwei limitierte Versionen ihrer elektrischen JCW an den Start — den John Cooper Works E Track Style Edition und den John Cooper Works Aceman E Track Style Edition. Bestellt wird ausschließlich online, die Auslieferung beginnt Mitte Juli, und die Auflage ist fast schon ein Hohn: 25 Autos pro Modell.
Die Technik ist identisch und stammt aus Minis elektrischen High-Performance-Modellen: 190 kW beziehungsweise 258 PS inklusive E-Boost-Funktion und 350 Nm Drehmoment. Ein rennsportlich abgestimmtes Sportfahrwerk gehört serienmäßig dazu. Und jetzt kommt das Interessante. Mini versucht verzweifelt, die Bedeutung des JCW-Schildes in der EV-Ära zu bewahren — einer Ära, in der der Motorsound nicht mehr als emotionaler Haupttrumpf taugt.
Die Track Style Edition punktet mit dem Auftritt. Multitone Roof Red auf dem Dach, Spiegelkappen im Zielflaggen-Look, große Räder, Sportreifen und rote Akzente — das Auto schreit schon im Stand nach Rennstrecke. Der Mini JCW E rollt auf 18-Zoll-Rädern JCW Lap Spoke 2-tone, der Aceman E auf 19-Zöllern. Innen: Vescin/Cord JCW Black, JCW-Sportsitze und -Sportlenkrad, rote Streifen, markentypische Bremsen und ein üppiges L Package mit Panorama-Glasdach, abgedunkelten hinteren Scheiben, aktivem Fahrersitz, elektrisch verstellbarem Vordersitz mit Memory-Funktion und Innenraumkamera.
Und jetzt der Preis. Er startet bei 6,4 Millionen Yen — also rund 43.000 $. Für ein kompaktes Elektroauto alles andere als kompakt. Doch Mini verkauft hier keine Vernunft, sondern Seltenheit und Image. Ein normaler Käufer wandert mit diesem Budget zum praktischen Crossover. Ein JCW-Kunde kauft das Design, die limitierte Auflage und das Gefühl, eben nicht wie alle anderen zu sein.
Neben den Benzin-Hot-Hatches wirkt dieses Auto zwiespältig. Der Elektroantrieb liefert sofortige Reaktion und satten Vortrieb — keine Frage. Doch einem JCW-Fan reichen Sekunden allein nicht. Er will Sound, Leichtigkeit, mechanische Beteiligung. Die Track Style Edition ist damit im Grunde ein Härtetest: Ist das Publikum bereit, einen sportlichen Mini ohne Verbrenner zu akzeptieren, wenn man ihm das richtige Fahrwerk, äußere Schärfe und eine bewusst winzige Auflage gibt.
Doch das Signal selbst zählt. Mini wartet nicht mehr darauf, dass seine Elektroversionen von allein emotional werden. Der Hersteller verpasst ihnen eine Renn-Identität künstlich — und, so scheint es, ernsthaft.