BMW glaubte das Problem eingegrenzt, doch 150.858 Autos kommen dazu

BMW glaubte das Problem eingegrenzt, doch 150.858 Autos kommen dazu
B. Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

BMW weitet in China zwei Starter-Rückrufe erneut aus. Mehr als 150.000 Autos sind betroffen, und zwei verschiedene Defekte können Überhitzung oder Brand auslösen.

BMW hat in China schon wieder Ärger — und das Problem wird größer. Der Hersteller weitet gleich zwei bestehende Rückrufaktionen für Starter aus: Ab dem 30. Oktober 2026 werden weitere 150.858 Fahrzeuge zur kostenlosen Reparatur gebeten. Hinter ähnlich wirkenden Symptomen stecken dabei zwei völlig verschiedene Defekte. Im schlimmsten Fall führen beide zum gleichen Ergebnis — lokale Überhitzung und Brandgefahr. Die Angaben stammen von Chinas Marktaufsicht SAMR.

Am stärksten trifft es importierte BMW. Die Kampagne S2026M0091V umfasst 93.071 Fahrzeuge der Baureihen 2, 4, 5 und 6 sowie X4, X5, X6 und Z4, die zwischen dem 22. Februar 2021 und dem 29. April 2025 gebaut wurden. Ursache ist vorzeitiger innerer Verschleiß des Starters nach vielen Motorstarts. Zunächst kann sich das nur durch schlechteres Startverhalten bemerkbar machen. Im Extremfall drohen jedoch ein interner Kurzschluss, lokale Überhitzung und Feuer. Die neue Aktion erweitert einen Rückruf vom 11. März 2026, der bereits 147.830 importierte BMW betraf.

Bei weiteren 57.787 Autos läuft das Problem anders ab. S2026M0092V betrifft 57.423 in China gebaute BMW 5er aus dem Produktionszeitraum vom 11. Dezember 2017 bis 28. August 2020. S2026M0093V umfasst zusätzlich 364 importierte BMW 7er, gebaut vom 29. Juni 2016 bis 18. Januar 2018. Hier liegt es nicht am Verschleiß, sondern an unzureichendem Feuchtigkeitsschutz des Starterrelais. Beim Durchfahren überfluteter Abschnitte kann Wasser eindringen, Korrosion im Stromkreis verursachen und einen Kurzschluss auslösen. Im schlimmsten Fall überhitzt der Starter — und die Brandgefahr ist wieder real. Dieser Teil erweitert einen gesonderten Rückruf vom 14. November 2025.

Die Lösung ist bei allen drei Starter-Gruppen gleich — BMW baut kostenlos einen verbesserten Starter ein. In derselben SAMR-Mitteilung tauchen jedoch noch 218 BMW- und MINI-Fahrzeuge auf, die mit dem Starterproblem nichts zu tun haben. Die Kampagnen S2026M0094V und S2026M0095V betreffen 157 in China gebaute und 61 importierte Fahrzeuge. Fehler bei einer früheren Reparatur oder beim Aufspielen der Software könnten verhindert haben, dass die Diagnosesoftware auf die vorgeschriebene Version aktualisiert wurde. Dadurch könnte das System den Fahrer möglicherweise nicht vor einem Fehler des integrierten DSCi-Bremskraftverstärkers warnen. Die Software wird nun kostenlos erneut installiert.

Und wie geht es weiter? Die große Welle startet am 30. Oktober 2026. BMW informiert die Halter per Einschreiben und über ConnectedDrive, anschließend kann der Starter kostenlos ersetzt werden. Dass der Hersteller bereits angekündigte Aktionen erneut ausweiten muss, spricht für sich: Die ursprünglichen Grenzen des möglicherweise betroffenen Fahrzeugbestands waren offenbar zu eng gezogen.

Die offiziellen SAMR-Nummern der Starter-Kampagnen lauten S2026M0091V, S2026M0092V und S2026M0093V. Alle drei beginnen am 30. Oktober 2026; vorgesehen ist der kostenlose Austausch gegen einen verbesserten Starter. Die Halter werden per Einschreiben und ConnectedDrive benachrichtigt. Weitere Informationen gibt es außerdem über die BMW-Servicehotline 400-800-6666.

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