Frühere Reparaturen reichen nicht und Grand-Cherokee-Besitzer müssen wieder in die Werkstatt

Frühere Reparaturen reichen nicht und Grand-Cherokee-Besitzer müssen wieder in die Werkstatt
B. Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Bei 328.381 Grand Cherokee kann sich eine hintere Schraubenfeder lösen. Besonders bitter: Auch bereits im Rahmen früherer Rückrufe reparierte Fahrzeuge müssen erneut in die Werkstatt.

Eigentlich schien Jeep das Problem mit den hinteren Federn des Grand Cherokee längst gelöst zu haben. Von wegen. Der erneute Rückruf vom Januar 2026 betraf 80.620 Fahrzeuge, doch NHTSA nennt inzwischen 328.381 — rund 4,1-mal so viele. Besonders bitter: Selbst SUV, die bei zwei früheren Aktionen bereits repariert wurden, müssen erneut zum Händler.

Der Rückruf 26V562 betrifft 97.477 Jeep Grand Cherokee der Baujahre 2022–2023, 215.433 Grand Cherokee L der Baujahre 2021–2023 sowie 15.471 Plug-in-Hybride Grand Cherokee 4xe/PHEV der Baujahre 2022–2023. Erfasst sind ausschließlich Fahrzeuge mit hinteren Schraubenfedern. Versionen mit Luftfederung gehören nicht zu dieser Aktion.

Das Problem liegt dabei nicht an der Feder als Bauteil selbst. Bei der Fahrzeugmontage oder einer früheren Reparatur konnte eine hintere Feder falsch eingesetzt worden sein, sich aus ihrer vorgesehenen Position bewegen und sich im schlimmsten Fall während der Fahrt vollständig lösen. Eine Vorwarnung muss es nicht geben. NHTSA weist darauf hin, dass eine auf die Straße fallende Feder zu einem gefährlichen Hindernis für andere Verkehrsteilnehmer werden und einen Unfall verursachen kann.

Gerade die früheren Reparaturen haben FCA gezwungen, den Fall erneut aufzurollen. Nach der Kampagne 23V413 meldete die Behörde dem Unternehmen 20 Beschwerden über gelöste Federn an bereits gewarteten Fahrzeugen. FCA fand zusätzlich 70 möglicherweise damit zusammenhängende Fälle in internen Daten. Nach dem nächsten Rückruf tauchte das Problem erneut auf. Bis zum 6. August 2026 verzeichnete das Unternehmen 29 Kundenfälle und 406 Garantieansprüche. Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Defekt sind FCA nach eigenen Angaben nicht bekannt.

Auch die Reparaturstrategie wurde geändert. Die Januar-Aktion 26V051 sah eine Prüfung der hinteren Federn und eine Reparatur nur bei Bedarf vor. Diesmal reicht eine Kontrolle nicht mehr: FCA will bei allen betroffenen Fahrzeugen beide unteren Isolatoren der hinteren Schraubenfedern ersetzen. Der neue Rückruf 89D/26V562 ersetzt die Kampagnen 23V413 und 26V051. Deshalb müssen auch bereits reparierte Fahrzeuge erneut vorgestellt werden.

Mit einem sofortigen Werkstatttermin sollten Besitzer allerdings nicht rechnen. Laut der bei NHTSA eingereichten Unterlagen sollen die Händler am 9. September informiert werden, die vorläufigen Schreiben an die Halter sollen ab dem 29. September verschickt werden. Ein separates Datum für die Mitteilung, dass die endgültige Abhilfe verfügbar ist, wurde noch nicht genannt. Die VIN der betroffenen Fahrzeuge sollen ab dem 9. September in der NHTSA-Datenbank erscheinen.

Die Aktion wird offiziell in den USA durchgeführt. Besitzer eines Grand Cherokee dieser Generation, der in ein anderes Land importiert wurde, sollten daher zunächst Herkunft und VIN des Fahrzeugs prüfen. Die Aufnahme in einen US-Rückruf bedeutet außerhalb des US-Marktes nicht automatisch eine kostenlose Reparatur.

Serviceinformationen: NHTSA-Kampagnennummer — 26V562; interne FCA-Nummer — 89D. FCA will beide unteren Isolatoren der hinteren Schraubenfedern ersetzen. Die Händler sollen am 9. September 2026 informiert werden, vorläufige Halterschreiben sind für den Zeitraum vom 29. September bis 7. Oktober vorgesehen. Die betroffenen VIN sollen ab 9. September in der NHTSA-Datenbank abrufbar sein.

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