5000 Autos auf einen Schlag und Chery denkt schon viel größer

5000 Autos auf einen Schlag und Chery denkt schon viel größer
© A. Krivonosov
Pavel Pavlov
Autor: Pavel Pavlov

Ein Schiff brachte 5000 Fahrzeuge der Chery Group nach Teesport, darunter fast 1300 Lepas L8 PHEV. Hinter der neuen Route steckt mehr als reine Logistik.

Chery hat eine neue Route nach Großbritannien geöffnet — und beginnt gleich in einer Größenordnung, die sich kaum übersehen lässt. Mit einem einzigen Schiff kamen 5000 Fahrzeuge der Chery Group aus China in Teesport im Nordosten Englands an, darunter Modelle von Chery und Jaecoo. Der spannendste Teil der Ladung waren jedoch fast 1300 Plug-in-Hybride einer Marke, die britische Käufer gerade erst kennenlernen: Lepas.

Für Lepas war diese Entladung gleich ein Debüt. Es handelt sich um die erste große britische Lieferung des Crossovers L8 PHEV, der ab £34.900 kostet und dessen Kundenauslieferungen im September beginnen. Und dann wird es interessant. Zuvor hatte die Marke erklärt, dass das Schiff mit diesen Fahrzeugen den Port of Tyne anlaufen werde. In der aktuellen Mitteilung von PD Ports werden die ersten Lepas nun aber in Teesport begrüßt. Warum wurde die Route kurzfristig geändert? Eine Erklärung der Unternehmen gibt es bislang nicht.

Teesport wirkt keineswegs wie eine zufällige Wahl. Der Hafen ist an A19 und A1 angebunden und verschafft Chery einen günstigen Zugang zu Händlernetzen im Norden Englands und in Schottland. Chery selbst erklärt, der neue Kanal solle südliche und westliche britische Häfen entlasten und die Fahrzeugverteilung beschleunigen. Es geht also längst nicht mehr nur um eine spektakuläre Lieferung von 5000 Autos — Chery scheint seine britische Logistik auf weiteres Wachstum vorzubereiten.

Doch hinter der Geschichte steckt noch mehr. Chery verknüpft den neuen Logistikknoten mit seinen künftigen Produktionsplänen in Großbritannien. Seit Juni prüfen das Unternehmen und Nissan eine Auftragsfertigung von Chery-Fahrzeugen im Werk Sunderland. Bislang gibt es lediglich eine unverbindliche Vereinbarung und keinen endgültigen Produktionsvertrag. Teesport bleibt deshalb vorerst vor allem ein neuer Importkanal. Sollten die Gespräche mit Nissan jedoch in einem Vertrag münden, könnte der Nordosten Englands für Chery vom Entladepunkt zu einem echten Produktionsstandbein werden.

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