Tesla regiert den deutschen Gebrauchtmarkt für Elektroautos nicht mehr. Das ist keine Prognose mehr — das ist Statistik. Volkswagen Group hat sich so weit abgesetzt, dass die Konkurrenz kaum noch in Sichtweite ist: Im April und Mai 2026 schnappte sich der Konzern mit den Marken VW, Audi, Skoda, Cupra und Porsche 37,9% des deutschen Gebrauchtmarktes für batterieelektrische Fahrzeuge. Seit Anfang 2022 hat sich der Anteil nahezu verdoppelt — damals waren es noch rund 20%.
Die Verfolger liegen so weit zurück, dass ein Aufholen in den kommenden Monaten praktisch ausgeschlossen ist. Stellantis kam auf 13,6% des deutschen Gebraucht-BEV-Marktes, die BMW Group auf 9,3% — und Tesla, dieselbe Tesla, die noch vor Kurzem den Ton angab, gerade einmal auf 5,8%.
Und das ist keine Geschichte eines einzelnen Stars. Volkswagen Group schlägt an allen Fronten gleichzeitig zu. Der Anteil von VW als Einzelmarke stieg von 14,4 auf 17,4%, Audi von 7,3 auf 10,2%, Skoda von 2,4 auf 6,1%, Cupra von 1,8 auf 4,0%. Im April und Mai stammten alle fünf meistverkauften gebrauchten Elektroautos Deutschlands aus demselben Konzern: VW ID.3, VW ID.4, Skoda Enyaq, Audi Q4 e-tron und Cupra Born. Zufall? Wohl kaum.
An der Spitze steht der VW ID.3 mit einem Anteil von 6,5% und einem Durchschnittspreis von 21.280 Euro. Dahinter folgen VW ID.4 (6,0% und 27.930 Euro), Skoda Enyaq (5,4% und 26.600 Euro), Audi Q4 e-tron (3,5% und 32.880 Euro) und Cupra Born (3,3% und 25.450 Euro). Die Botschaft an die Käufer ist deutlich: Massentaugliche europäische Stromer werden auf dem Gebrauchtmarkt spürbar erschwinglicher — und drängen Teslas einstige Dominanz leise, aber bestimmt in den Hintergrund.