Der neue Miata behält Benziner, Schaltknüppel und Seele — für eine letzte Runde

Der neue Miata behält Benziner, Schaltknüppel und Seele — für eine letzte Runde
A. Krivonosov
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Der nächste MX-5 behält Benziner, Schaltgetriebe und Hinterradantrieb. Doch er könnte der letzte Miata mit dieser Formel sein.

Mazda hat dem beliebtesten Roadster der Welt gerade einen Aufschub gewährt. Und es könnte der letzte sein.

Das australische Magazin Car Expert zitiert Mazda-Australia-Chef Vinesh Bhindi: Ein hochrangiger Konzernmanager habe direkt angedeutet, dass die fünfte Generation des MX-5 mit größter Wahrscheinlichkeit ihren Verbrennungsmotor behält — eben deshalb könnte sie aber auch der letzte Miata in dieser Bauform sein.

Für Miata-Fans ist das eine Nachricht mit doppeltem Boden. Gut, weil Mazda den Kult-Roadster nicht zu einem schweren Elektroauto umbauen will. Beunruhigend, weil selbst dieser minimalistische Sportwagen bereits an die Decke der Abgasvorschriften stößt. Vor allem in Europa, wo der 2,0-Liter-Skyactiv-G im MX-5 schon vor einigen Jahren leise von der Liste verschwand.

Was weiß man über den kommenden „NE“-MX-5? Unter der Haube: ein neuer 2,5-Liter-Saugmotor aus der Skyactiv-Z-Familie. Kein Turbo. Keine elektrische Unterstützung zum Start. Dasselbe Layout wie immer: Motor vorn, Antrieb hinten, Sechsgang-Schaltgetriebe. Für den Miata ist das keine Nostalgie — das ist Religion. Geliebt wird er nicht wegen seiner Pferdestärken, sondern wegen Gewicht, Balance und der direkten Verbindung zur Straße.

Und genau hier wird es spannend. Mazda will den neuen Roadster unter 1000 Kilogramm halten. 2026 klingt das beinahe unmöglich. Autos werden immer schwerer — durch Airbags, Assistenzsysteme, Bildschirme, Batterien. Sollte der MX-5 für Euro 7 zusätzlich ein Mildhybrid-System bekommen, wäre dieses Ziel eine ingenieurtechnische Glanzleistung.

Wann kommt er? Keine Illusionen. Skyactiv-Z feiert sein Debüt erst Ende 2027 — und nicht in einem Sportwagen, sondern im neuen Hybrid-CX-5. Das bedeutet: Vor 2028 ist mit dem neuen Miata nicht zu rechnen. Dafür gilt: Da die Generationen NC und ND jeweils mehr als zehn Jahre durchhielten, könnte der NE locker bis weit in die 2030er-Jahre laufen.

Europa bleibt das größte Sorgenkind. Hersteller müssen ihre Flotten-CO2-Werte drastisch senken, und Mazda hat schlicht zu wenige E-Autos, um die Benziner auszugleichen. Genau deshalb braucht die Marke den MX-5 mehr denn je. Er ist ein Erinnerungsauto: ein Beweis, dass ein Wagen nicht durch eine Megawatt-Batterie und drei Bildschirme spannend wird, sondern dadurch, wie er auf das Lenkrad reagiert.

Ein elektrischer Miata ist irgendwann fast unausweichlich. Aber für den Moment scheint Mazda bereit, dem Benzin-Roadster noch eine ehrliche Runde zu gönnen. Ohne Extra-Gewicht. Ohne Zahlenwahn. Ohne den Verlust dieser einfachen, fast vergessenen Freude am Fahren.

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