Renault hielt den Kwid bewusst einfach, und das könnte der mutigste Schritt sein

Renault hielt den Kwid bewusst einfach, und das könnte der mutigste Schritt sein
Autocar India
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Kein neuer Motor, kein Feuerwerk – nur ein schärferer Preis. Der Kwid 2026 startet bei 4,53 lakh, die Topversionen wurden günstiger, und ein CNG-Kit gibt es obendrauf. Manchmal ist das cleverste Update das, das man kaum bemerkt.

Renault hat den Kwid nicht auf den Kopf gestellt: kein neuer Motor, keine laute technische Revolution. Der französische Hersteller spielte cleverer und traf dort, wo es im Budgetsegment am meisten wehtut. Beim Preis. Der überarbeitete Kwid 2026 startet nun bei 4,53 lakh Rupien – umgerechnet rund $4860 –, während die höheren Versionen sogar günstiger wurden. In einem Markt, in dem Käufer nicht die Ausstattungsliste zählen, sondern jeden Liter im Tank, wiegt das schwerer als ein Dutzend frischer Embleme.

Laut Autocar India wurde die Palette auf zwei Versionen gestrafft – Evolution und Climber. Der Basis-Evolution mit 5-Gang-Schaltgetriebe kostet 4,53 lakh, mit dem automatisierten AMT-Getriebe 4,90 lakh. Der Climber verlangt 5,15 lakh für die Handschaltung und 5,61 lakh für das AMT. Und die Schaltversionen haben ein Ass im Ärmel: ein beim Händler montiertes CNG-Kit für 70.450 Rupien – etwa $755 –, abgesichert durch drei Jahre oder 100.000 km Garantie.

Unter der Haube bleibt alles beim Alten. Der 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner leistet weiterhin 69 PS und 92,5 Nm, wahlweise mit 5-Gang-Schaltung oder AMT-Automatik. Auch die Abmessungen sind eingefroren: 3731 mm Länge, 2422 mm Radstand, 184 mm Bodenfreiheit und 279 Liter Kofferraum. Außen muss man die Änderungen suchen: neue 3D-Renault-Embleme, neu gestaltete zweifarbige Radabdeckungen für die 14-Zoll-Stahlräder und ein frischer Kwid-Schriftzug an der Heckklappe – neue Schrift, silberne Optik.

Renault Kwid
Autocar India

Im Innenraum fällt zuerst das neue Lenkrad ins Auge – ein Dreispeichenrad mit Medientasten, direkt vom Renault Kiger übernommen. Der Rest ist bis ins Detail vertraut: ein 8-Zoll-Bildschirm, kabelgebundenes Android Auto und Apple CarPlay, ein halbdigitales Kombiinstrument, eine manuelle Klimaanlage und elektrische Fensterheber an allen Türen. Bei der Sicherheit aber gibt es einen Haken: Der Evolution begnügt sich mit zwei Airbags, der Climber bekommt gleich sechs. Auf der Liste stehen außerdem eine Rückfahrkamera mit Sensoren, eine Reifendruckkontrolle, ABS mit EBD, Gurtwarner und ein Berganfahrassistent für die AMT-Versionen.

Die Hauptrivalen – der Maruti S-Presso und der Alto K10 – starten deutlich niedriger, bei 3,50 und 3,70 lakh. Der Kwid punktet also nicht mit dem absoluten Tiefpreis. Seine Argumente sind eine fast crossoverartige Sitzposition, ordentliche Bodenfreiheit, reichhaltigere Ausstattung und die Wahl zwischen AMT oder Gas. Für Indien ist das ein bemerkenswert praktisches Paket: ein bezahlbares Stadtauto, ein bescheidener Appetit, ein einfacher Motor und ein Service, den man wirklich versteht.

Renault hat nicht versucht, den Kwid radikal modern zu machen. Der Hersteller tat etwas anderes: Er ließ ein einfaches Auto genau dort, wo der Markt ein solches noch zu schätzen weiß. Manchmal ist das der mutigste Schritt von allen.

Aktuelle Beiträge