Ein Solarpanel auf dem Pickup klingt nach Gratis-Kilometern — dieses verweigert sie mit Absicht

Ein Solarpanel auf dem Pickup klingt nach Gratis-Kilometern — dieses verweigert sie mit Absicht
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Der D-Max EV bekommt in Großbritannien ab Werk ein Solarpanel, das die Traktionsbatterie nie berührt. Seine eigentliche Aufgabe: die 12-Volt-Batterie am Leben halten, damit Flottenfahrzeuge morgens einfach anspringen.

Ein Solarpanel auf dem Dach eines Pickups — klingt nach dem Traum von Gratis-Kilometern, oder? Und hier kommt die überraschende Wendung: Isuzu bietet diese Option für den D-Max EV in Großbritannien gerade deshalb an, weil sie nichts mit der Reichweite zu tun hat. Das Panel wird direkt im Werk montiert, bevor der Wagen den Kunden erreicht. Seine Aufgabe ist nicht, die Traktionsbatterie nachzuladen, sondern die 12-Volt-Batterie leise fit zu halten — genau jene Batterie, wegen der Nutzfahrzeuge morgens am häufigsten nicht anspringen.

Die Technik kommt von Genie Insights. Das 75 W starke Panel wird auf das Dach der Ladefläche montiert: 947 × 687 mm, nur 3 mm dünn, 2,5 kg leicht. Bei einem Pickup mit über einer Tonne Nutzlast ist das ein Zuwachs, den die Waage kaum bemerkt. Die Flotte bemerkt ihn dagegen sehr wohl — überall dort, wo Fahrzeuge lange stehen, Zusatzgeräte versorgen oder im Takt kurzer Fahrten von Punkt zu Punkt leben.

Im Inneren steckt CIGS-Technologie, und die ist nicht für südliche Sonne gebaut, sondern für gewöhnliches Tageslicht. Für Großbritannien ist das entscheidend: bedeckter Himmel und Winter dürfen den Effekt nicht auf null bringen. Eingebaute Dioden lassen das Panel selbst bei teilweiser Verschattung weiterarbeiten, und die Technik hat laut Genie Insights bereits sechs Winter in echten Nutzfahrzeugflotten überstanden. Kein Messestand-Prototyp — ein Arbeitstier.

Und all das ist nicht aus einer schicken Folie entstanden, sondern aus der Praxis. In zwei Jahren rüstete Genie Insights rund 450 Nutzfahrzeuge bei Network Rail mit Solarsystemen aus — überwiegend Transporter. Insgesamt lieferte das Unternehmen britischen Betreibern fast 15.000 Sätze; zu den Kunden zählen British Gas und BT/Openreach. Nach Tests mit IM Group, dem Isuzu-Importeur, war die Nachfrage so groß, dass man das System zur regulären Werksoption machte. Gebaut wird es übrigens in Großbritannien und ist nach ECE R10 zertifiziert.

Für den D-Max EV trifft das genau ins Schwarze. Isuzus erster vollelektrischer Pickup in Großbritannien wurde nicht für den privaten EV-Fan gemacht, sondern für Firmen, denen anderes wichtig ist: eine einfache Übergabe in die Flotte, Zuverlässigkeit, weniger Ausfallzeiten und eine berechenbare Bordelektrik. Die Werksmontage nimmt den Ärger mit der Fremdinstallation — der Kunde bekommt ein fertiges Fahrzeug, kein Umbauprojekt.

Und der Sinn reicht weiter als ein einzelner Pickup. Elektrische Nutzfahrzeuge gewinnen nicht nur mit großen Reichweitenzahlen — oft entscheiden über ihr Schicksal die Kleinigkeiten, die das Risiko eines Ausfalls mitten in der Schicht senken. Ein 75 W Panel macht aus dem D-Max kein autarkes Kraftwerk. Und das soll es auch nicht. Eine Flotte braucht keinen eindrucksvollen Kilometerzuwachs auf dem Papier, sondern eine einfache Sache — dass der Wagen morgens anspringt und auf die Route geht. Genau dafür zahlt man hier.

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