Fords Elektro-Liebling scheitert ausgerechnet an einem Stück klassischer Mechanik

Fords Elektro-Liebling scheitert ausgerechnet an einem Stück klassischer Mechanik
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Keine Batterie, kein Software-Bug — die Ritzelwelle des Hinterachsdifferenzials kann brechen und den Wagen unterwegs ohne Antrieb lassen oder in P wegrollen lassen.

Der Elektro-Crossover, der seine Besitzer daran gewöhnt hat, Probleme „aus der Ferne“ zu beheben, ist ausgerechnet dort kaputtgegangen, wo es niemand erwartet hat — in der Hardware. Ford ruft frühe Mustang Mach-E zurück, weil das Hinterachsdifferenzial versagen kann. Die Kampagne betrifft 42.784 Fahrzeuge der Modelljahre 2021–2023, die in Mexiko für den US-Markt zwischen dem 3. Mai 2020 und dem 15. Dezember 2023 gebaut wurden.

Der Übeltäter ist die Ritzelwelle des Hinterachsdifferenzials, die der Biegeermüdung nicht standhalten könnte. Bricht das Teil, kann der Wagen mitten in der Fahrt plötzlich ohne Antrieb dastehen. Das zweite Szenario ist noch heikler: In Stellung P kann sich das SUV von selbst in Bewegung setzen, wenn der Fahrer die Feststellbremse nicht angezogen hat. Die Ironie? Mit Batterie oder Software hat das nichts zu tun. Es ist klassische Antriebsmechanik — genau das, was uns ein Elektroauto ersparen sollte.

Die zentrale Antriebseinheit stammt von der mexikanischen BorgWarner-Tochter. Ford ging dem Defekt im März 2026 nach, nachdem an einem europäischen Mustang Mach-E des Jahrgangs 2023 das Hinterachsdifferenzial ausgefallen war. Anschließend wertete der Konzern seine Felddaten aus — und es kamen weitere Fälle ans Licht. Bislang führt die Akte 62 Garantieanträge, 14 GCQIS-Meldungen, 4 GCCT-Berichte und 2 europäische Warnungen, die mit dem Fehler zusammenhängen oder zusammenhängen könnten.

Unfälle infolge des Defekts hat Ford bislang nicht registriert — und das ist wohl die beste Nachricht hier. Händler prüfen die Fahrzeuge und reparieren oder ersetzen die Baugruppe bei Bedarf kostenlos. In das überarbeitete oder neue Differenzial kommt eine robustere Ritzelwelle. Die ersten Briefe an Halter und Leasingnehmer gehen spätestens am 17. Juli 2026 per Post raus, die finalen — mit der fertigen Lösung — folgen zwischen dem 28. und 31. Dezember 2026.

Im Risiko stehen Fahrzeuge, deren VIN mit 3FM beginnt. Für den Mustang Mach-E sitzt dieser Rückruf tief: Das Modell hat sich jahrelang das Image eines durch und durch modernen Stromers aufgebaut — und jetzt wartet auf die Besitzer kein Over-the-Air-Update, sondern der altmodische Gang zum Händler und eine Prüfung der Mechanik.

Die Eckdaten der Kampagne fürs Protokoll: Die NHTSA-Rückrufnummer lautet 26V415, Fords interner Code ist 26S50 (eingereicht am 30. Juni 2026). Im Teilesystem von Ford läuft die fehlerhafte Einheit als LJ9P-7P500-A. Die konkreten VINs will die Behörde im Dezember 2026 auf NHTSA.gov veröffentlichen.

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