Lotus macht seine schnellsten Elektroautos noch teurer — ohne ein einziges PS dazuzugeben

Lotus macht seine schnellsten Elektroautos noch teurer — ohne ein einziges PS dazuzugeben
D.Novikov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Lotus bringt am 31. August den Eletre 900 GOLD und den Emeya 900 GOLD in China auf den Markt — ab 928.000 bzw. 918.000 Yuan. Die Leistung bleibt gleich, das Upgrade steckt in Carbon, 10-Kolben-Bremsen und aktivem Fahrwerk.

Kein Watt mehr Leistung — und trotzdem ein saftiger Aufpreis. Lotus hat den 31. August 2026 als Verkaufsstart für zwei neue Topmodelle festgelegt — den Eletre 900 GOLD und den Emeya 900 GOLD. Der SUV ist vorläufig ab 928.000 Yuan gelistet, umgerechnet rund 138.000 US-Dollar, die viertürige Emeya startet bei 918.000 Yuan, etwa 136.600 US-Dollar. Klingt beeindruckend. Doch wofür genau zahlt man, wenn der Antrieb identisch mit dem der aktuellen 900er-Baureihe bleibt?

Beide Modelle nutzen einen zweimotorigen Allradantrieb mit 675 kW. Das entspricht 918 PS — oder rund 905 britischen hp, weshalb in verschiedenen Quellen beide Werte auftauchen. Das maximale Drehmoment liegt bei 985 Nm, ein Zweiganggetriebe sorgt für Traktion auch bei hohem Tempo. Die offiziellen Lotus-Daten bestätigen dieselben 675 kW für die Serien-Emeya 900. Unter der Haube: nichts Neues — und genau das ist der Punkt.

Denn das gesamte GOLD-Upgrade steckt nicht im Motor, sondern im Fahrwerk und in der Ausstattung. Beide Wagen erhalten ein erweitertes Set an Carbon-Karosserie- und Innenraumteilen, eine 10-Kolben-Kohlefaser-Keramikbremse, geschmiedete Carbon-Radeinsätze und ein eigenes 900-GOLD-Design. Dazu kommen eine Zweikammer-Luftfederung, adaptive CDC-Dämpfer, ein aktives 48-Volt-Wankstabilisierungssystem und Hinterachslenkung. Hier zahlt man nicht für PS — sondern für die Technik, die sie im Zügel hält.

Der Emeya 900 GOLD sprintet in 2,78 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 256 km/h. Der Eletre ist schwerer und beim Start etwas langsamer — 2,95 Sekunden — dafür liegt seine Höchstgeschwindigkeit mit 265 km/h höher. Beide Modelle verfügen über aktive Aerodynamik mit verstellbaren Elementen vorn und hinten.

Und jetzt zu dem, worauf Lotus besonders stolz ist. Das Unternehmen gibt an, eine Emeya mit demselben Ausstattungspaket sei den malaysischen Kurs Sepang in 2 Minuten 20,317 Sekunden gefahren und habe damit einen Streckenrekord unter Serien-Elektroautos aufgestellt. Eine große Ansage. Wichtig dabei: Es handelt sich um eine Herstellerangabe, nicht um das Ergebnis eines unabhängigen Vergleichstests.

Was also ist der 900 GOLD wirklich? Keine neue Stufe im Leistungsrennen, sondern die am stärksten ausgestattete Werksversion der bestehenden 675-Kilowatt-Technik. Der Aufpreis geht an Carbon, kräftige Bremsen und ein komplettes aktives Fahrwerkspaket. Beschleunigung und Leistung unterscheiden sich kaum von anderen Top-Versionen des Eletre und Emeya der 900er-Reihe. Das Gold im Namen steht nicht für PS — sondern für alles drumherum.

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