Kawasakis Roboterpferd bekommt ein größeres Herz — der Countdown bis 2035 läuft schon

Kawasakis Roboterpferd bekommt ein größeres Herz — der Countdown bis 2035 läuft schon
Kawasaki
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Der Wasserstoffmotor des CORLEO wächst von 150 auf 330 ccm, und Kawasaki hat ein komplettes Jahrzehnt bis zum Verkaufsstart durchgeplant.

2025 war der CORLEO ein spektakuläres Ausstellungsstück auf dem Kawasaki-Stand — eine Maschine, auf der eigentlich niemand fahren konnte. Jetzt hat das Projekt einen zehnjährigen Fahrplan, und der wirkt deutlich ernster als jedes Messeexponat: 2027 soll ein Fahrsimulator kommen, ein neues fahrfähiges Fahrzeug ist für die Expo 2030 in Riad geplant, und der kommerzielle CORLEO steht für 2035 auf dem Plan. Die Überraschung: Als Erstes sollen wohl nicht Privatkäufer aufsitzen, sondern Gäste eines eigenen Riding Parks mit festgelegten Routen.

Das ursprüngliche Konzept nutzt einen 150-ccm-Wasserstoffmotor rein als Generator. Der Treibstoff steckt in austauschbaren Kanistern am Heck, der Motor erzeugt Strom, und dieser Strom versorgt die Aktuatoren in allen vier Beinen. Gesteuert wird über die Gewichtsverlagerung des Fahrers, die von Fußrasten und Bedienelementen erfasst wird.

Doch die technischen Daten der künftigen Maschine weichen bereits vom Ausstellungsmodell ab. Bei einem Juli-Briefing, über das das japanische Magazin TECH+ berichtete, zeigte Kawasaki einen Fahrplan, der den Hubraum des Generatormotors von 150 auf 330 ccm anhebt. Die Version von 2027 wird damit spürbar größer ausfallen als das, was auf der Messe stand.

Kawasaki CORLEO
© Kawasaki

Und das ist wichtiger als das ungewöhnliche Äußere des CORLEO. Kawasaki verspricht für 2035 noch nicht, das „Roboterpferd“ in normale Motorradhändler zu bringen. Der klassische Privatverkauf gilt den Entwicklern als zu kompliziert, deshalb setzt man stattdessen auf einen Start über einen Riding Park — einen Ort, an dem man das Fahrzeug wie eine Attraktion nutzt, statt es zu besitzen. Als möglicher Standort wird unter anderem der Bezirk Qiddiya bei Riad diskutiert.

Die Zwischenetappe kommt früher, und sie ist bereits Schritt für Schritt durchgeplant. Das offizielle Programm SAFE ADVENTURE sieht 2027 einen Simulator vor, und 2030 will Kawasaki eine neue, fahrfähige CORLEO-Version nach Riad bringen. Das Unternehmen erwägt zudem, die Maschinen beim Sicherheitspersonal der Messe einzusetzen. Bis 2035 soll das Gerät laufen, rennen, springen und im Gelände bestehen können — als erstes Zielsegment nennt Kawasaki Tourismus und Freizeitindustrie.

Das Projekt ist damit tatsächlich vom eindrucksvollen Modell zur Produktentwicklung übergegangen. Bis zum gewöhnlichen Fahrzeug ist es aber noch weit. Der nächste echte Test für Kawasakis Ambitionen kommt 2027 — dann soll der Simulator erscheinen, und es wird sich zeigen, wie sehr sich der künftige CORLEO von seinem ursprünglichen 150-ccm-Konzept entfernt hat.

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