Der Toyota Land Cruiser 2026 sollte die Wildnis bezwingen. Stattdessen stolperte er im Labor. Der SUV, der jede Familie an jeden Ort bringen will, hat einen der wichtigsten Crashtests des IIHS verpatzt. Und das Problem sitzt nicht am Steuer. Das Problem sitzt dahinter.
Im aktualisierten Moderate-Overlap-Front-Test holte der Land Cruiser nur ein Marginal. Laut IIHS droht dem hinteren Passagier ein hohes Risiko schwerer Bauchverletzungen: Der Beckengurt rutscht über das Becken hinauf und schneidet ins Weichgewebe, wo er nichts zu suchen hat. Der Effekt hat einen Namen – submarining. Der Passagier rutscht buchstäblich unter den Gurt. Dazu kommt ein moderates Risiko für Kopf-, Hals- und Brustverletzungen. Die Dummy-Kinematik? Mit „poor“ bewertet.
Das Paradoxe: Sonst hat der Land Cruiser fast alles richtig gemacht. Im Small-Overlap-Front auf Fahrer- und Beifahrerseite hielt der Sicherheitskäfig die Form. Im Seitenaufprall ebenfalls. Die Notbremssysteme gegen Fahrzeuge und Fußgänger holten die Höchstnote Good. Die Karosserie ist robust, die Elektronik clever – aber genau in diesem einen Szenario zieht die zweite Reihe den Kürzeren.
Und es kommt noch dicker. Die Basisversion 1958 mit den runden LED-Scheinwerfern bekam ein Good fürs Licht. Die teurere Variante Land Cruiser mit den eckigen Scheinwerfern? Nur Marginal – Blendung vom Abblendlicht, mäßige Sicht beim Fernlicht. Die LATCH-Verankerungen für Kindersitze? Acceptable: Die unteren Anker hinten rechts liegen zu tief im Polster. Den Kindersitz einzubauen wird zur Geduldsprobe.
In den USA gibt es den Land Cruiser 250 nur als Hybrid mit 2,4-Liter-Turbo – derselbe Antrieb wie im 4Runner und Tacoma. Der Einstiegspreis für das Modelljahr 2026 liegt bei $57.200 für den 1958, der Land Cruiser kostet ab $63.540. Der Verbrauch wird mit 23 mpg kombiniert angegeben.
Die teurere Version bringt aggressivere Reifen, einen abschaltbaren Querstabilisator vorn, eine elektrische Heckklappe, SofTex statt Stoff und elektrisch verstellbare Vordersitze. Klingt verlockend. Aber nach diesem IIHS-Test stellt sich für Käufer eine andere Frage: Warum mehr bezahlen für die Ausstattung, deren Scheinwerfer schlechter bewertet wurden – während der Schutz im Fond ohnehin Nacharbeit braucht?
Der Land Cruiser klettert dort, wo fast alle anderen aufgeben. Das ist wahr. Aber Familiensicherheit misst man nicht in Bodenfreiheit oder Differenzialsperren – sondern darin, was im Sekundenbruchteil nach dem Aufprall passiert.