Mitsubishi sagt dem Tacoma den Krieg an — und Nissan liefert die Plattform

Mitsubishi sagt dem Tacoma den Krieg an — und Nissan liefert die Plattform
B. Naumkin
Autor: Dmitry Yakin

Mitsubishi kehrt mit Hilfe von Nissan auf den US-Pickup-Markt zurück. Der neue Midsize-Truck ist Teil der Momentum-2030-Strategie.

Mitsubishi kehrt dorthin zurück, wo man die Marke einst zertrampelte. 17 Jahre nach dem Raider-Flop liebäugeln die Japaner wieder mit dem profitabelsten Segment des US-Marktes — den Pickups. Und diesmal scheint es ernst zu werden.

Laut Pickup Truck Talk ist das Projekt inzwischen Teil der Mitsubishi-Strategie Momentum 2030 und wird gemeinsam mit Nissan entwickelt. Die Logik ist simpel: ein Chassis, zwei Trucks. Der neue Pickup könnte als Basis für den nächsten Nissan Frontier dienen — oder eine eigene Mitsubishi-Variante mit maßgeschneidertem Design und eigener Technik bekommen.

Für Mitsubishi ist das weit mehr als nur eine Modellpflege. In den USA überlebt die Marke fast ausschließlich von Crossovers, und ein Pickup könnte ihr zurückgeben, was sie längst verloren hat — ein kantiges, robustes, abenteuerlustiges Image. Nur ist der Midsize-Markt längst zum Stellungskrieg geworden: Toyota Tacoma, Ford Ranger, Chevrolet Colorado, GMC Canyon, Nissan Frontier — jeder mit seiner eigenen Armee von Anhängern.

Die entscheidende Frage ist die Technik. Der globale Mitsubishi Triton kommt nicht in die Staaten: Er wird in Thailand gebaut, und die Anpassung an US-Vorschriften, Zölle und lokale Produktion wäre teuer. Die gemeinsame Plattform mit Nissan wirkt deutlich vernünftiger — und schneller.

Sollte das Projekt in Serie gehen, bekommt Mitsubishi eine seltene zweite Chance in einem Segment, in dem ein Ruf für Robustheit immer noch zählt. Diesen Ruf hat die Marke. Sie muss nur beweisen, dass er 2029 noch mehr bedeutet als Pajero-Nostalgie.