Vom Polizeiwagen zum Hypercar — die unglaublichen Motoren in unseren Auto-Helden

Vom Polizeiwagen zum Hypercar — die unglaublichen Motoren in unseren Auto-Helden
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Ein Ford-Taxi-Motor im Koenigsegg, ein Mini-Triebwerk im BMW i8, ein Lamborghini-V10 in einer Audi-Limousine. Die kühnsten Motor-Geschichten, die niemand laut erzählt.

Nicht jedes Herz unter der Motorhaube eines Supersportlers wird besonders geboren. Manchmal versteckt das teuerste, statusträchtigste Auto auf der Straße unter eleganten Formen einen Motor, der seine Karriere im Familienvan, im Kompaktwagen oder sogar im Taxi begonnen hat. Die wahre Magie steckt in den Händen der Ingenieure, die ihn zum Star gemacht haben.

Aston Martin Vantage und Mercedes-AMG G63 sind das perfekte Beispiel dieses Doppellebens. Unter beiden Hauben werkelt derselbe 4,0-Liter-Biturbo-V8 AMG M177. Doch die Charaktere — gegensätzlicher geht es nicht. In der G-Klasse bleibt er der Antrieb eines Statussymbols mit militärischen Wurzeln und leistet 577 PS. Im Vantage bekommt er britische Schroffheit, ein 8-Stufen-Automatikgetriebe und brutale 656 PS. Ein Motorblock — zwei völlig verschiedene Welten.

Die wildeste Geschichte aber gehört dem Koenigsegg CC8S. Der schwedische Hypercar, das Symbol des Aufstiegs der Marke, hatte als Basis ausgerechnet … einen 4,6-Liter-Modular-V8 aus dem Ford Crown Victoria. Genau diesen Crown Vic — den Amerika von Streifenwagen und New Yorker Taxiflotten kannte. Die Schweden hoben den Hubraum auf 4,7 Liter, ersetzten fast alle Innereien, packten einen Kompressor obendrauf — und holten 655 PS heraus. Gesamtproduktion? Sechs Autos. Vom Taxi zum Hypercar in einem einzigen Sprung.

Der Nissan 350Z hat sein eigenes überraschendes Familiengeheimnis. Sein 3,5-Liter-V6 VQ35DE, der Liebling der Tuner und Symbol des japanischen Sportcoupés der 2000er, wurde in Europa heimlich in den Renault Espace IV gesteckt — unter dem unscheinbaren Kürzel V4Y. Im Sportwagen — 287–300 PS und ein klares Kreischen auf der Strecke. Im Familienvan — 241 PS und Ruhe auf dem Weg zur Schule. Ein Motor, zwei Welten.

MINI Cooper
B. Naumkin

Der BMW i8 sah aus wie ein Auto aus der Zukunft. Doch unter dieser futuristischen Hülle versteckte sich ein Detail, das die Fans fleißig übersahen — ein 1,5-Liter-Dreizylinder B38, naher Verwandter des Motors aus dem Basis-Mini-Cooper. Im Mini leistete er 134 PS und fuhr Studenten durch London. Im i8 brachte er 228 PS und im Verbund mit dem Elektromotor 369 PS. Schnell? Ohne Zweifel. Doch ein Teil der Fans hatte sich unter dieser Karosserie etwas … Dramatischeres erhofft.

Und dann ist da der Audi S6 der Generation C6 — pure Fantasie im Anzug. Unter der Haube der Oberklasse-Limousine lauerte ein 5,2-Liter-V10, ein Verwandter des Lamborghini Gallardo. Keine exakte Kopie natürlich — die Deutschen entwarfen Nockenwellen, Block, Kolben und Kurbelwelle neu, am Ende standen 429 PS und 540 Nm. Doch allein die Idee — „fast ein Lamborghini“ im maßgeschneiderten Anzug — trifft stärker als jede Werbekampagne.

Solche Geschichten entwerten die Legenden nicht. Im Gegenteil. Sie beweisen eine einfache Wahrheit — den Charakter eines Motors bestimmt nicht seine Herkunft, sondern die Hände derer, die beschlossen haben, etwas Größeres aus ihm zu machen.

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