Man nannte es das schlechteste Neuwagen der Welt. Amerikanische Komiker bauten ganze Programme darum, auf der Autobahn fürchteten sich die Fahrer vor ihm, Hollywood verspottete es auf der Leinwand. Und jetzt kehrt Yugo zurück — ernsthaft und mit großen Ambitionen.
Der serbische Professor und Unternehmer Aleksandar Bjelić will das neue Modell im Jahr 2028 auf den Markt bringen. Es soll keine modische Spielerei für Sammler werden — das Ziel ist genau das Gegenteil: günstige Mobilität zum Preis von rund 12.000 Euro (etwa 14.000 US-Dollar). Zum Vergleich: Noch 2025 schätzte man dasselbe Projekt auf 20.000 Euro.
Der neue Yugo bewahrt den Geist des Originals: kompakter Dreitürer, klare Linien, kein Versuch, sich als Premium auszugeben. Die Technik hingegen ist eine andere Geschichte. Statt klassischem Verbrenner oder reinem E-Auto setzt man auf EREV-Architektur: Ein Elektromotor treibt die Räder an, während ein Benzinaggregat als Generator dient und die Batterie während der Fahrt lädt. Ein externer Ladestecker ist gar nicht nötig.
Die Wahl ist kein Zufall. Auf dem Balkan und in Osteuropa hinkt das Ladenetz dem Westen Europas um Jahre hinterher, und die Käufer brauchen ein Auto, das auch im hintersten Dorf mit einer einzigen Tankstelle funktioniert. Die Entwickler versprechen Kompatibilität mit verschiedenen Kraftstoffen und einen Verbrauch von nur 2,2 l/100 km unter idealen Bedingungen.
Die Plattform soll nicht nur einen Schrägheck tragen. Später könnten ein Fünftürer, ein leichter Lieferwagen und sogar ein Cabrio folgen. Früher waren auch reine Benziner mit 80–130 PS im Gespräch, doch jetzt liegt der Fokus auf der elektrischen Version mit Range Extender.
Das größte Risiko ist nicht die Technik, sondern das Geld. Ein kleiner serbischer Hersteller braucht einen großen Industriepartner, sonst startet die Serie nie. Deshalb fallen in der Branche Namen wie Stellantis, Renault und Dacia, und in China verfolge man das Yugo-Comeback Gerüchten zufolge besonders aufmerksam.
Wenn das Projekt es bis ans Band schafft, bietet Yugo etwas, das dem Markt längst fehlt: einen Neuwagen, der billiger ist als viele Gebrauchte, und ohne die Angst, an einer leeren Ladesäule zu stranden. Reicht das, um den Ruf als meistverspottetes Auto der Welt loszuwerden? In ein paar Jahren wissen wir mehr.